Krimis: Fiktion und Realität

von Redaktion

Zum Artikel „Geständnis im Mordfall Maria“ (Weltspiegel):

Die schwangere 18-jährige Maria wurde von zwei Männern im Alter von 19 und 21 Jahren ermordet. Beide sind nun rechtskräftig zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Das Motiv: Mordlust. Im Artikel heißt es „Wir haben darüber gesprochen, wie es wäre, jemanden umzubringen“, sagte der 19-Jährige im Prozess. Was für ein irrwegiger Zeitvertreib, Mord aus Langeweile, einfach so, wenn einem fad ist.

Kriminalromane sind Bestseller, Kriminalhörspiele sind sehr beliebt und Kriminalfilme im Fernsehen, die es von 18 bis 24 Uhr auf fast allen Kanälen zu sehen gibt, haben hohe Einschaltquoten. Somit ist es kein Wunder, dass bildungsferne, labile und orientierungslose Individuen, Fiktion und Realität nicht mehr unterscheiden können und sich animiert fühlen zu morden. Mit diesen Beiträgen in Rundfunk und Fernsehen wird die Lust auf Nachahmung mit gleichzeitiger Anleitung gefördert.

Was mich betrifft, ich habe noch nie einen „Tatort“ angesehen, und werde auch in Zukunft keinen ansehen, da diese Sendungen für mich keinerlei Unterhaltungswert haben und ich meine wertvoll Lebenszeit lieber mit Sinnvollerem verbringe.

Das Traurige an dieser Sache ist, dass die meisten Bundesbürger, mich eingeschlossen, mit der Rundfunkgebühr an die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten diese Entwicklung der Rundfunk- und Fernsehlandschaft mitfinanzieren. Wenn Kriminalität und Morde einen Unterhaltungswert haben, ist das ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, dies sollte nicht noch gefördert werden.

Jürgen Breuer

Heldenstein

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