Debatte um EZB-Geldpolitik

von Redaktion

Zum Thema EZB-Strafzinsen und neue Anlagenkäufe (Politikteil):

Europas Zentralbank zieht alle Register, so steht es in der Zeitung. Aber welche sind das und welche Wirkung sollen sie haben?

Es ist kaum vorstellbar, dass die Erhöhung des Strafzinses irgendeine positive Auswirkung auf die Konjunktur hat. Es heißt, die EZB will die Banken damit dazu bringen mehr Kredite auszugeben. Diese würden dies mit Sicherheit gerne tun, nur braucht es eben auch Kreditnehmer, die Kredite aufnehmen möchten.

Ein Unternehmen finanziert nicht wegen niedriger Zinsen, sondern wenn es Chancen auf dem Markt sieht. Nachdem nun auch das Anleiheankaufprogramm wieder aktiviert wurde, ist völlig klar, es geht letztendlich nur um eine nicht erlaubte Staatsfinanzierung, insbesondere der Länder im Mittelmeerraum. Der Leidtragende ist der deutsche Sparer, er bekommt schon seit Jahren keine Zinsen mehr und dies wird nach Lage der Dinge noch sehr viele Jahre so bleiben.

Politiker meiden dieses Thema bewusst, weil der Staat der Hauptprofiteur dieser Zinspolitik ist. Die Altersvorsorge der deutschen Sparer geht schlicht und einfach den Bach runter. Politiker diskutieren zwar eifrig über die Einführung einer Grundrente, aber den Bereich der Altersversorgung, der durch eigene Anstrengung geschaffen wird, blendet man aus.

Die Zinspolitik der EZB ist geeignet, das gesamte Finanzsystem zum Kollabieren zu bringen. Der einfache Sparer soll nun spekulieren und Aktien kaufen. Was, wenn die Kurse fallen? Die Probleme sind jetzt schon vorgezeichnet. Ich frage mich, wo ist eine Greta Thunberg, die sich für die sparende Bevölkerung einsetzt?

Hubert Stephan

Gstadt

„Walle, Walle, manche Strecke, dass zum Zwecke Euros fließen und mit reichem vollem Schwalle zu den Märkten sich ergießen“ – wenn wir den EZB-Präsidenten Draghi (und den Großteil seines EZB-Rates) als neuen Zauberlehrling betrachten, der nicht mehr weiter weiß, wer ist dann der „alte Meister“, der den finanzpolitischen Wahnsinn noch stoppen könnte? Die „Neue“, Christine Lagarde, sicher nicht.

Die Geldschwemme durch den erneuten Ankauf von Staatsanleihen schwächelnder Euroländer wird den Exodus nur hinauszögern.

Nach welcher Wirtschaftstheorie handelt Herr Draghi eigentlich? Hat ihm noch keiner gesagt, dass er die Kaufkraft der Menschen abschöpft? Mit Zinserträgen kann man auch einkaufen. Was will er mit der Geldflut bewirken? Seine geliebte Wirtschaft kann es doch überhaupt nicht gebrauchen.

Wie krank das System inzwischen ist, sieht man an der Tatsache, dass langfristige Bundesanleihen mit negativer Verzinsung wirklich gekauft werden. Sogar Siemens ist schon erfolgreich auf diesen Zug aufgesprungen. Den Finanzministern geht es so gut wie nie. Die Schuldenuhr läuft rückwärts und Schuldenzinsen gibt es nicht mehr.

Seit Langem schauen sie schon gierig auf das immense Sparvermögen der Bürger von 2,5 Billionen Euro. Endlich kommen sie – indirekt und ohne Steuererhöhung – dank Draghi an diese Fleischtöpfe ran. Aber zu welchem Preis? Die immer geforderte private Alterssicherung der Bürger wird einfach geopfert. Bekommen wir jetzt mit der Grundrente einen Teil der geraubten Milliarden als Schmerzensgeld wieder zurück? Vielleicht steht am nächsten Freitag „Greta“ Müller aus Armenhausen vor dem Kanzleramt und klagt ihre verlorene Altersvorsorge ein.

Franz Merkle

Rechtmehring

Artikel 7 von 11