Zeit für einen Wandel in der Kirche?

von Redaktion

Zur Berichterstattung über kirchliche Themen (Zölibat, „Maria 2.0“ und Priestermangel):

Es gibt eine große Diskrepanz zwischen konservativen und zeitgeist-geprägten Gläubigen. Zum einen die Bewahrer von volkstümlichem Glauben und kirchlichen Traditionen, die jedwede Erneuerung ablehnen, zum anderen die so genannten Fortschrittlichen, die freigeistigen Denker, denen es um zeitgemäßes Christentum geht. Somit entsteht ein Spannungsfeld von erneuerungswilligen – und Brauchtums-Christen.

Und dann gibt es noch diejenigen, die die Institution Kirche gänzlich ablehnen. Diese Erfahrung mache ich auch in unserer ländlichen zutiefst katholisch geprägten Dorfstruktur, dass sich auch diese Menschen sehr kritisch darüber äußern und keinen Zugang zu kirchlichen Einrichtungen oder Veranstaltungen mehr suchen. Die Kirchengelehrten und Amtsträger haben offenbar noch nicht bemerkt, dass viele Menschen ein anderes Christus-Bewusstsein entwickeln und eigene Erkenntniswege einschlagen.

Wohin geht die Reise? Viele Noch-Gläubige sind kirchlich sehr weit entfernt und können mit den obsoleten Glaubens- und Moralvorstellungen nichts mehr anfangen. Erschwerend kommt die gebietsmäßige Vergrößerung der Pfarrverbände hinzu, wodurch die Präsenz der Gemeindemitglieder immer mehr abnimmt.

Wobei die Menschen sehr wohl eine spirituelle Sehnsucht haben, nach einem lebendigen, wahrhaftigen Christentum. Sie versuchen, es auf ihre Weise zu leben.

Ich bin überzeugt, Jesus würde es begrüßen, wenn Frauen als Diakoninnen oder Priesterinnen zugelassen würden. So würde sich die „kopflastige“, verkrustete Haltung der Kirche wandeln zu einer Kirche mit Herz, Liebe und Verstand. Die Männerwelt kann das alleine nicht bewältigen.

Irmengard Mayer

Ramerberg

Gleichberechtigung der Geschlechter gut und schön. Wir genießen heute viele Rechte als Frauen ganz selbstverständlich, die uns unsere Vorgängerinnen erst erkämpft haben. Trotzdem frage ich, wie weit man die Gleichmacherei der Geschlechter noch treiben soll? Da sollte man sich doch schon bei Gott beschweren, warum er alles so verkomplizieren musste mit den zweierlei Leuten. Warum hat er einen Sohn hervorgebracht? Warum müssen nur wir Frauen unter heftigsten Schmerzen die Kinder gebären? Gleiche Würde auf jeden Fall, aber überall Gleichartigkeit ist wohl nicht im Sinne des Erfinders.

Gerade deshalb bezweifle ich, ob es Gottes Wille ist, dass Frauen als Priesterinnen am Altar stehen sollen. Dann natürlich auch verheiratet (oder auch nicht, ist doch eh schon egal) mit kleinen Kindern in Teilzeit? Priestersein hat einen anderen Anspruch. Immer wieder hat Jesus seine Jünger zu ganzer Hingabe an Gott aufgefordert, nicht ohne ihnen dafür reichen Lohn zu versprechen. Daher der Sinn der Ehelosigkeit.

Im Übrigen kann ich sagen, in den langen Jahren, in denen ich im Pfarrgemeinderat und als Chorleiterin in der Kirche aktiv bin, hatte ich nie das Gefühl, nichts zu sagen zu haben, weil ich eine Frau bin. Der Ton macht bekanntlich die Musik, wenn eine Zusammenarbeit fruchtbar sein soll. Es geht nicht darum, dass beide Geschlechter das Gleiche tun und sich gegenseitig Machtkämpfe liefern, sondern dass man gemeinsam, jeder an seinem Platz, für das Reich Gottes arbeitet. Da gibt es für alle überall viel zu tun.

Barbara Bernhart

Taufkirchen

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