Urteil: Eine verhängnisvolle Signalwirkung

von Redaktion

Zum Artikel „Dreckschwein“: Gericht erlaubt übelste Kü-nast-Beschimpfung“ (Weltspiegel):

Im Krieg und vor Gericht ist man in Schicksals Hand. Je höher die jeweiligen Rechtsinstanzen, umso lebensferner, unverständlicher und verhängnisvoller in der Signalwirkung für Populisten und radikale Elemente werden ihre Urteile. Die Unabhängigkeit der Rechtsprechung führt im Ergebnis zu einer Unverantwortlichkeit. Nicht jeder hat wie Frau Künast kein Kostenrisiko im Berufungsverfahren, da sie sicherlich die Kosten vom Staat ersetzt bekommt.

Im Übrigen führt dies auch dazu, dass fähige und integre Persönlichkeiten eine Führungsrolle in der Politik vermeiden, da sie sich und auch gar ihre Angehörigen nicht derartigen verbalen und oft auch realen Angriffen aussetzen wollen. Man kann über die fachliche Kompetenz von Frau Künast oder von der Leyen sowie deren politischer Zielrichtung unterschiedlicher Meinung sein, aber sie verdienen als Repräsentanten unseres Landes den gebotenen Respekt, sonst wird alles á la AfD. Ein Berliner Kabarettsong aus den 30er-Jahren bringt es auf den Punkt: „Wer schmeißt denn da mit Lehm, der sollte sich wat schäm, der sollte doch wat andres nehm als ausgerechnet Lehm.“

Ulrich Bobinger

Feldkirchen-Westerham

Man reibt sich die Augen und fragt: Ist dem Richter Frau Künast unsympathisch? Trägt er unvergorene 68er-Vorstellungen mit sich herum? In welcher Familie ist er aufgewachsen? Wie würde er reagieren, bewürfe eines seiner Kinder ihn oder seine Frau mit solchem Unflat? Jedenfalls eignet sich sein Urteil, bei öffentlichen Auseinandersetzungen und Meinungsäußeren den allgemeinen Stil weiter in den Dreck zu ziehen. Sein Vorgesetzter täte gut daran, ihn auf die Psycho-Couch zu schicken und ihn danach in die Registratur zu versetzen, sollte er ihn weiterbeschäftigen wollen. Er hat es geschafft, das Rechtswesen auf Straßenjargon-Niveau herunterzuziehen.

Alfred Beck

Bruckmühl

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