Unerträgliches Kunstbairisch

von Redaktion

Zur Kolumne von Josef Bauer „Am Rande notiert“:

Lieber Herr Bauer, ich vermute, wir sprechen beide im Alltag bairisch. Ich jedenfalls von Kind auf und in passender Umgebung auch heute bevorzugt. Und da kann ich einfach nicht anders: „Ersparen Sie mir Ihr unerträgliches Kunstbairisch!“ In Ihrer regelmäßigen Glosse „Am Rande notiert“, die ich eigentlich manchmal ganz treffend und amüsant finden würde, präsentieren Sie ein Bairisch, bei dem sich mir immer wieder der Magen umdreht! Man erkennt immer deutlich einen drunterliegenden Text in Hochdeutsch, der dann durch eine ‚Bairisch-Wurstmaschine‘ gedreht wurde. Mit all den Satzkonstruktionen, die es im Bairischen nicht gibt, dem dauernden Pseudogenitiv – den Genitiv gibt im Bairischen genauso wenig wie das Imperfekt – und Wörtern, die das Bairische nicht benutzt. Sie könnten doch ein süddeutsches Hochdeutsch benutzen oder richtiges Bairisch schreiben, aber so nervt’s!

Dr. Johannes Huber

Ampfing

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