Zur Berichterstattung über die Eröffnung des Streckenabschnitts der A94 zwischen Pastetten und Heldenstein sowie den Artikel „‚Landrat rastet bei Eröffnung aus“ (Regionalteil):
Was ich noch viel schlimmer finde als Landrat Schneiders unerträgliche Beleidigung der Gegendemonstranten, ist seine Stellungnahme: Die Gegner der A 94 würden sich mit ihrem Protest auch gegen mehr Verkehrssicherheit stellen und somit „kaltschnäuzig“ Verkehrstote und -verletzte in Kauf nehmen.
Es ist unbestritten, dass die B12 ein Unfallschwerpunkt ist, aber um Straßen sicherer zu machen gibt es wirksamere und umweltverträglichere Möglichkeiten, als eine Autobahn neben einer bestehenden Verkehrsader in schützenswerter Natur zu bauen: Ein funktionierendes und attraktives Schienennetz, um Pendler von der Straße zu holen, Gütertransporte mit der Bahn, um den Lkw-Verkehr zu verringern, ein längst fälliges Tempolimit, ein kostengünstigerer Ausbau der B12, um riskante Überholmanöver unnötig zu machen.
Dazu braucht es ein weitsichtiges menschen-, nicht autofreundliches Verkehrskonzept und politischen Willen. All das hätte man schon vor 30 Jahren angehen können und ein Großteil davon könnte längst umgesetzt sein.
Wer das allerdings nicht will und Unfälle mit einer Autobahn, auf der man dann mit 200 Stundenkilometern rasen kann, verhindern will, der möge die Verantwortung für Verkehrsopfer, nicht den Autobahngegnern zuschreiben, sondern bitte selbst übernehmen.
Michaela Eymold
Niedertaufkirchen
Meiner Meinung nach ist es kein Grund zum Feiern, wenn wieder mal ein Stück unserer bayerischen Heimat zerstört und zubetoniert worden ist. Insofern kann mich der Altöttinger Landrat gerne auch beschimpfen. Ist ja nur ein kleingeistiger Provinzpolitiker!
Noch ein paar Fakten: Die A94 hätte wahrscheinlich deutlich schneller fertiggestellt werden können, wenn man sich auf die Trasse Haag geeinigt hätte. Aber das hat ja die Rechthaberei der bayerischen Staatsregierung erfolgreich verhindert. Zudem hat bis zuletzt im Bundeshaushalt das Geld für den Bau der A94 gefehlt, musste ja von einem Konsortium vorfinanziert werden, sonst gäbe es diese Straße heute noch nicht.
Die Pendler aus dem Raum Mühldorf können jetzt endlich die freie Fahrt durchs Isental genießen, umso schneller stehen sie dann jeden Morgen im Stau vor dem Autobahnkreuz München-Ost. Bei steigendem Verkehrsaufkommen wird sich der Zeitgewinn bald verflüchtigen.
Vernünftiger wäre es allemal gewesen, die Bahnstrecke München – Mühldorf endlich (zusätzlich) durchgehend zweigleisig auszubauen und zu elektrifizieren. Hier hat sich seit Hundert Jahren nichts wesentlich verändert. Wird nun wahrscheinlich kein Geld mehr dafür aufzutreiben sein.
Ja, ja, es ist offensichtlich, dass Alois Hingerl immer noch im Hofbräuhaus sitzt und seinen Brief noch nicht übergeben hat.
Interessant finde ich übrigens, dass sich der Herr Ministerpräsident bei der Eröffnung nicht hat sehen lassen. Vor einem Jahr noch wäre so ein Event sicher ein Pflichttermin für ihn gewesen. Hat wahrscheinlich damit zu tun, dass Herr Söder sich jetzt ziemlich plötzlich berufen fühlt, persönlich das Klima zu retten. Dann kommt die Übergabe einer neuen Autobahn halt nicht so gut an. Ich befürchte nur, dass sich die praktische Verkehrspolitik der bayerischen Staatsregierung nicht viel verändern wird. Da haben offenbar immer noch die Autofreaks das Sagen. Traurig! Was kommt jetzt als nächster Frevel an unserer Natur, die B15neu von Landshut nach Rosenheim, die dritte Startbahn?
Alois Hingerl, tu endlich deine Pflicht!
Konrad Pickel
Reitmehring
„Das war kein Meisterstück, liebe Politiker“, das möchte ich euch zu dem Ereignis der A94-Einweihung zurufen, denn in den 60er-Jahren rief Franz Josef Strauß in Passau bei der jährlichen CSU-Großkundgebung den Zuhören zu: „Ihr braucht dringend eine Autobahn von München nach Passau“. Auch nach über 50 Jahren CSU-Regierung in Bayern gibt es diese Autobahn nach Passau noch nicht! Deshalb ist die Teilfertigstellung nach einer solch langen Zeit wahrlich kein Meisterstück, welches sich die Herren Politiker auf ihre Fahne schreiben sollten.
Für die anderen Teilstrecken werde sich Scheuer einsetzen – heißt es weiter in einem Zeitungsbericht und die restlichen Planungen würden zudem auf Hochtouren laufen, versicherte der Bundesverkehrsminister. Ob noch weitere 50 Jahre vergehen?
Oskar Klier
Aschau am Inn