Lanz macht keinen seriösen Polit-Talk

von Redaktion

Zum Bericht „Lanz kann‘s“ (Medienseite):

Anscheinend gibt es beim ZDF zwei Talker mit Namen Markus Lanz. Ich kenne einen Markus Lanz, der sich am liebsten selber reden hört, einen Mann, dem offensichtlich die gute Kinderstube fehlt. Man muss seine Gesprächspartner nicht mögen, muss sie nicht mit Samthandschuhen anfassen. Aber ich erwarte ein Mindestmaß an Höflichkeit gegenüber jedem Gast. Dazu gehört auch, dass man ein gewisses Maß an körperlicher Beherrschtheit besitzt, dass man sich nicht aufführt wie ein Zappelphilipp.

Frau Thyssen nennt es in diesem Bericht „hin und herkippeln“, was immer das auch bedeuten mag. Was mich aber am meisten stört, sind seine Ungeduld und seine daraus resultierende Unbeherrschtheit. Er stellt eine Frage, gibt häufig gleich seine eigene Meinung als Antwort wieder. Meist sind es die männlichen Vertreter der C-Parteien, denen er schon beim ersten Satz der Antwort ins Wort fällt, sie nicht ansatzweise ausreden lässt. Da ist er in übler Gesellschaft vor allem von Frau Illner. (Die ebenfalls erwähnte Frau Will sollte auch mal lernen, eine normale Sitzposition einzunehmen.)

Passt Lanz eine Antwort nicht, dann antwortet er zum Beispiel: „Das glaub ich Ihnen nicht“. Oder: „Das stimmt nicht.“ Warum stellt er aber eine Frage, wenn er selbst die Antwort am besten zu kennen glaubt? Warum lädt er einen Politiker ein, den er offensichtlich als Lügner hinstellt? Er präsentiert sich als Besserwisser.

Frau Thyssen rühmt seine exzellente Vorbereitung. Wenn er fünf oder gar sechs Redakteure hat, die ihm zuarbeiten, ist das doch auch kein Kunststück, das man erwähnen müsste. Und hält es die Autorin für richtig, einen Politiker so lange zu traktieren, bis dieser die Fassung verliert und dann einen unbedachten Satz spricht? Was Lanz macht und wie er es macht, ist nicht seriöser Polit-Talk, es ist schlicht unanständig.

Helmut Wagner

Mühldorf

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