Zur Berichterstattung über den Nahost-Konflikt (Politikteil/Leserbriefe):
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu sagt, es gehe darum, dem Staat Israel und seinen Bürgern eine möglichst lange Ruheperiode zu verschaffen darum werde weiter gebombt, um die Hamas zu schwächen. Was er nicht sagt, ist, dass es ihm um die Vertreibung von Palästinensern aus Ost-Jerusalem geht – mit freundlicher Ignorierung von Europa und vor allem der Bundesregierung. Das ist nämlich das ganze Übel an diesem Desaster und natürlich ein gefundenes Fressen für die Hamas. Abgesehen davon werden die Araber drangsaliert, wo es nur geht. Da braucht man sich nicht wundern, wenn sich deren Frust Bahn bricht. Über das südafrikanische Apartheids-Regime haben sich alle mit Recht aufgeregt – außer Israel, das das Regime mit Waffen versorgt hat. Über die Apartheid in Israel herrscht das große Schweigen. So wird es in 100 Jahren keinen Frieden geben. Das Existenzrecht Israels wird sicher niemand, der vernünftig ist, bezweifeln. Aber wenn es so weiter geht, wird sich die ganze Region in einer großen Rauchwolke auflösen.
Reinhard Huber
Grassau
Leider wird hier nur von Druck auf beide Seiten gesprochen und der Eindruck erweckt, dass dieser „Konflikt“ Israels Premier Netanjahu gerade recht ist. Das ist zynisch. Jeder Regierungschef weltweit hätte sein Land verteidigen lassen und muss versuchen, dass sich so etwas nicht wiederholt. Eine Terrororganisation wie die Hamas, die in ihrer Charta zur Vernichtung Israels aufruft und willkürlich Zivilisten bombardiert, ist kein Verhandlungspartner. In der Präambel der Hamas steht: „Israel existiert und wird weiter existieren, bis der Islam es ausgelöscht hat, so wie er schon vorher andere Länder ausgelöscht hat“. Woher kommen diese Waffen und wer bezahlt? Es wird geschätzt, dass die Hamas 30000 Raketen besitzt und die Hisbollah im Südlibanon 160000 Raketen. Für welchen Zweck dienen diese Raketen? Bestimmt nicht zur Selbstverteidigung. Es ist doch blauäugig, wenn Druck auf Israel ausgeübt werden soll und dessen Feinde wie der Iran, der Finanzier dieser Terrorgruppen, unbehelligt bleibt. Hier muss Druck ausgeübt werden! Erschreckend ist auch, wie schnell in Deutschland antisemitische Demos mit Hassparolen stattfinden, obwohl Israel sich nur verteidigt. In Israel sitzen sogar Araber im Parlament und kein Muslim wird wegen seines Glaubens verfolgt. Warum wird nicht gegen China (Uiguren) und Myanmar (Rohingya) demonstriert, wo Muslime verfolgt werden? Israel bekämpft nicht die Araber, sondern versorgt sogar jetzt trotz der Raketenangriffe den Gazastreifen mit allem, was die Menschen brauchen, weil sie Frieden wollen und nicht Feindschaft.
Max Schmid
Kolbermoor