Manchmal nervig, aber liebenswürdig: Die Krähen von der Eichkapellenstraße

von Redaktion

Zum Bericht „Das Geschrei ist groß“ (Lokalteil):

Diese Überschrift lässt mich schmunzeln: das Geschrei der Krähen sicherlich, aber auch das der Anwohner? Auch wir sind direkte Krähennachbarn in der Eichkapellenstraße. Wir mögen die Viecher. Natürlich sind sie laut und manchmal nervig. Mich erinnern sie an meine Enkel – die können auch sehr laut sein, und manchmal nervig. Aber genau wie die Kinder finde ich die Krähen vor allem liebenswert, interessant und lustig – gerade jetzt, wo die „Jugendgangs“ sich in waghalsigen Manövern in ihren gerade gelernten Flugkünsten überbieten. Wenn man genau hinhört, bemerkt man, dass jeder Vogel seine ganz eigene Stimme hat, und man meint manchmal sogar den Inhalt des Geratsches zu erahnen. Da scheint es durchaus auch Streit um die Lufthoheit zu geben, doch meistens hören sie sich im Umgang miteinander ganz freundlich an. Diese Krähen sind wohl die Nachkommen aus einer kleinen Kolonie, die vor rund 25 Jahren in den hohen Bäumen am Bahndamm am Bonimeier-Ring wohnte, also sozusagen „alte Mühldorfer“. Was den Dreck betrifft, den sie (relativ kleinräumig) machen: der Mühldorfer Hundsdreck dürfte schwerer wiegen und ist vor allem auf Gehsteigen und Spielplätzen viel unangenehmer.

Vergrämen wollen wir die Krähen also nicht. Und ganz abgesehen davon: Wer die sehr hohen, dünnen Bäume an der Innleite kennt, fragt sich doch, wo man da noch Astgabeln wegschneiden soll. Außerdem käme man in dem Dickicht dort ohne große Zerstörungen dieses Rest-Auwaldes gar nicht in die Kronen. Und die Firma, die mit Angstschreien von Krähen arbeitet, muss sich fragen lassen, wie sie dieses Angstschreien aufnehmen konnte. Was brächten Raubvogelschreie? Die schrecken vor allem kleinere Vögel. Ein starker Krähenschwarm lässt sich dadurch nicht lang beunruhigen, vor allem, wenn kein Raubvogel da ist.

Henni Pascoe

Mühldorf

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