Zu Berichten über die Stadtplatzsanierung (Lokalteil):
Der Stadtplatzsanierung soll nun auch eine Linde am Oberen Tor geopfert werden. Als widerstandsfähige Bienenweide schien mich die Linde Hilfe suchend zu fragen, was denn aus der „Liebe zu den Bienen“ geworden sei und da war mir, als bäte sie mich um folgenden Brief: „Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Neumarkter! Mein Name ist Baum, Lindenbaum. Meine Not ist groß. Ich soll gefällt werden, meine Hinrichtung ist beschlossene Sache. Angeblich sei ich krank, kann aber selber an mir nichts feststellen. In meiner „Krankenakte“ soll es sogar heißen: Stamm, Rinde, Blätter, Blüten sind ziemlich in Ordnung, die Krone zwar etwas unförmig, aber – als einziges pathogenes Symptom – steht bei der Stadtplatzsanierung im Weg. Die wohlmeinende Haltung zum positiven Beitrag eines Baumes scheint weg zu sein. Dabei gibt es auch achtsamere Möglichkeiten: Ein Baumdoktor könnte mich retten (sollte ich wirklich als Baum krank sein). Ich könnte aber auch verkauft oder verschenkt und dann verpflanzt werden. Man sollte mit Weitblick denken und flexibler handeln. Ein anderer Umgang mit mir als sogenannten „Problembaum“ wäre nötig und nicht die fortgesetzt kleinkariert-engherzige „Rübe-ab“-Lösung („wos im Weg is, ghert weg!“). In stiller Hoffnung auf Rettung auch als attraktive Trachtpflanze für Bienen.“
Eva Zanthoff
Neumarkt-St. Veit