Achte These zur Klimapolitik hinzugefügt

von Redaktion

Zum Bericht „Sieben Thesen zum Neuanfang in der Klimapolitik“(Bayernteil):

Den sieben Thesen ist vollumfänglich zuzustimmen. Eine weitere These muss hinzugefügt werden. Kohlendioxid ist ein chemischer Stoff, also sollten chemische Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Hier kommt der Kohlenstoffkreislauf ins Spiel. Dieser Kreislauf funktioniert seit zwei Milliarden Jahren. 120 Gigatonnen Kohlendioxid (gerechnet als Kohlenstoff) werden jährlich durch Verbrennung oder Verwesung in die Atmosphäre eingetragen. Dort befinden sich 720 Gigatonnen Kohlenstoff in Form von Kohlendioxid. Nahezu 120 Gigatonnen Kohlendioxid (als Kohlenstoff gerechnet) werden jährlich aus der Lufthülle durch die mächtigste Kohlendioxidsenke, die es gibt, die Fotosynthese, ausgetragen. Das entspricht einer durchschnittlichen Verweildauer des Kohlendioxids in der Lufthülle von sechs Jahren (720/120), nicht von Millionen Jahren, wie es gelegentlich heißt. Man kann also den Kohlendioxidgehalt der Lufthülle verringern, indem man weniger Kohlendioxid einträgt oder mehr austrägt. Das wäre die achte These: Wenn der Eintrag von Kohlendioxid mit einer Steuer belastet wird, dann muss der Austrag vergütet werden. Ein Hektar Grünland (Wald) holt 15 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr aus der Atmosphäre. Bei einer Steuer von 30 Euro/Tonne CO2 wäre die Vergütung bei 30 Euro/Tonne, also 450 Euro pro Hektar Wald. Eine Einnahme in dieser Größenordnung sollte geeignet sein, Investitionen anzustoßen, etwa in Blockkraftwerke zur Erzeugung von Strom aus Abfallholz oder aus Biogas.

Dr. Heinz Brecht

Söchtenau

Artikel 6 von 9