Zum Bericht „Lambrecht: Wir brauchen Abschreckung“ (Politikteil):
Der neue Bundeskanzler Olaf Scholz bleibt der „Traditionslinie“ seiner Kanzlervorgänger treu. Nämlich, eine nicht gediente Politikerin, Christine Lambrecht (SPD), mit der Leitung des Verteidigungsministeriums zu betrauen. Erneut eine krasse Fehlbesetzung.
Nach Medienberichten antwortete Christine Lambrecht auf die Frage eines Reporters, ob sie anhand der Schulterstücke einen Oberleutnant von einem Oberst unterscheiden könne, mit den Worten: Könne sie nicht; dies sei aber nicht wichtig. Wirklich wichtig sei die kurzfristige Ernennung mehrerer (weiblicher) Generalinnen. Ja, geht’s noch? Als ob die ohnehin krisengeschüttelte Bundeswehr keine anderen Probleme hätte. Eine nicht gediente Verteidigungsministerin, die – natürlich – keine Ahnung von Befehls- und Kommandostrukturen, Bewaffnung, Wehrtechnik und der Denkweise der „dienenden“ Truppe haben kann. Jegliche weitere Kommentierung überflüssig. Nur nebenbei: Habe 1977/78 meinen 15-monatigen Grundwehrdienst abgeleistet (Karfreitkaserne Brannenburg, Gebirgspionierbataillon 8). Aus ganz besonderem Anlass kam dann zum Jahreswechsel 1977/78 der neue Verteidigungsminister Hans Apel (SPD), der erste nicht gediente Verteidigungsminister seit Aufstellung der Bundeswehr, zu einem Truppenbesuch nach Brannenburg. Da war natürlich „großer Bahnhof“ angesagt mit Bataillons-Appell auf dem Exerzierplatz. Für den kleinen Gefreiten Peter Staudenhöchtl stand sofort fest: Vor einem ungedienten Verteidigungsminister trete ich nicht an; ich werde nicht „stramm stehen“ und keine Ehrenbezeichung vornehmen. Ein nicht gedienter Verteidigungsminister – geradezu eine Beleidigung für jeden dienenden Soldaten; egal welchen Ranges. Habe meinen Standpunkt dann „standhaft“ verteidigt und auch „durchgezogen“. Seit dieser Zeit sind 45 Jahre vergangen. Und in den zurückliegenden 45 Jahren wurde das Verteidigungsministerium nahezu durchgängig von nicht gedienten und zumeist auch noch völlig inkompetenten Verteidigungsministern „geführt“. Dies ist Skandal Nummer eins. Und Skandal Nummer zwei ist die Tatsache, dass sich die Führungsebene der Bundeswehr dieses gotterbärmliche Schauspiel seit 45 Jahren klaglos bieten lässt. Kein Aufstand, kein Protest oder gar eine Revolte der Generalität gegen diese andauernden Fehlbesetzungen. Mein Respekt vor dem Generalkorps der Bundeswehr ist deshalb insgesamt auch Null.
Peter Staudenhöchtl
Söchtenau