Durchseuchung in den Kitas

von Redaktion

Zum Bericht „Infektionsbürokratie in Kitas? Träger kritisieren Kabinett“ (Bayern-Teil):

In keiner Altersgruppe ist die Inzidenz so hoch wie bei Kindern und Jugendlichen. Wir Mitarbeiterinnen in den Kindergärten kämpften mit der Nachverfolgung. Es wird und wurde meiner Meinung nach hier die Durchseuchung erwünscht. Eltern über positive Covid-19-Fälle in unseren Kindergärten zu informieren und den Kontakt zum Landratsamt herzustellen, auch am Wochenende, das sind die Aufgaben der Einrichtungsleitungen in den vergangenen Wochen.

Für uns Erzieherinnen ist die Situation kräftezehrend. Viele Kinder und Kollegen infizieren sich oder haben sich bereits infiziert. Im Artikel bringt es die Caritas-Vorständin Gabriele Stark-Angermaier auf den Punkt: Es sei nicht hinnehmbar, dass der Staat wegen seiner Personalprobleme in den Gesundheitsämtern seine Aufgaben auf die Träger und Einrichtungsleitungen abwälze. Wir in den Kindergärten müssen Corona-Management betreiben und werden mit Newslettern der Behörden „bombardiert“, deren Vorgaben zeitnah an die Eltern weitergegeben werden sollen. Meistens gruppenspezifisch. So schreibt auch der Verband Katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern, „mit dem am 8. Februar wieder von einem Tag auf den anderen eingeführten sogenannten intensivierten Testregime (…) wird nun endgültig die rote Linie überschritten“.

Dazu kommt, dass die Nöte des Personals weiterhin nicht in den Blick genommen werden. „Wenn zum Beispiel dreifach geimpftes Kita-Personal gruppenübergreifend arbeiten muss, ist es nicht verwunderlich, dass die Ansteckungs- und Quarantäne-Zahlen in die Höhe schießen“, sagt Maria Magdalena Hellfritsch, Geschäftsführerin des Verbandes.

Andrea Steiner

Vagen

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