Zu den Berichten über die aktuelle Corona-Lage (Politikteil und Lokalteil:
Reduzieren der Corona-Maßnahmen bei Rekordwerten von Neuinfektionen? Liebe Politiker und Politikerinnen, ist euch das Geld ausgegangen oder könnt ihr euren blinden und vor allem brotlosen Aktionismus jetzt anderweitig ausleben (Ukraine)?
Erwin Schnauder
Großkarolinenfeld
Ich bin weder Corona- noch Impfgegner. Ich habe sowohl Krankheit als auch Impfen bereits hinter mir. Aber mir wird dieser (Un-) Sinn zuviel. Unsere Kinder und Jugendlichen sind seit zwei Jahren die großen Verlierer der Corona-Politik, keiner musste auf mehr verzichten und wurde immer wieder vertröstet. Aber dass die Allianz-Arena voll besetzt werden darf und die Schüler weiter mit Maske im Unterricht sitzen müssen, macht mich sprachlos.
Trotz der FFP2-Masken steigen die Inzidenzen – vielleicht auch, weil wir unser Immunsystem ruiniert haben? Fast jeder, den ich kenne, hat sich angesteckt – aber rechtfertigt das bei dieser Variante die Verlängerung der Maßnahmen? Natürlich gibt es schwere Fälle, das möchte ich nicht beschönigen. Ich dachte eigentlich, dass die Krankenhausampel das Maß aller Dinge ist.
Heute sind 436 Intensivbetten in Bayern mit Corona-Patienten belegt. Wie viele an Krebs Erkrankte liegen auf Intensiv- oder Palliativstationen? Was ist mit chronisch oder psychisch Kranken? Viele bekommen keine Behandlung, weil die Belegung immer noch limitiert ist? Wie viele Suizide wurden seit Beginn der Pandemie begangen? Was ist mit dementen Angehörigen, die man seit zwei Jahren fast nicht mehr besuchen darf? Denen wir die letzte Zeit auf Erden stehlen? Warum wird uns nicht die Selbstverantwortung zurückgegeben? Wer Angst hat, kann daheim bleiben. Wir können uns nicht vor dem Virus verstecken. Und ich möchte nicht das Gefühl bekommen, dass hinter all den Maßnahmen mehr steckt, als uns vor einem Virus zu beschützen. Geld? Macht? Böse, wer Böses dabei denkt. Darum: Zurück zur Normalität. Denn das Leben ist immer lebensgefährlich – ob mit Virus oder ohne.
Barbara Zschocke
Bad Feilnbach
Karl Lauterbach spricht mit gespaltener Zunge. Während er in der Öffentlichkeit unverdrossen weiter Angst verbreitet, gibt er intern gegenüber den Ärzten Entwarnung. In einem Brief an die Kassenärztliche Bundesvereinigung zählt er gleich mehrere Gründe auf, warum sich die Corona-Lage deutlich verbessert habe. Davon erfährt der Bürger, der nichts hinterfragt, natürlich nichts und wird somit weiter im Alarmmodus gehalten. Das ist keine nachvollziehbare und glaubwürdige Politik. Zur geplanten allgemeinen Impfpflicht ist in aller Kürze zu sagen, dass bei der relativen Milde der Omikron-Variante sich sowohl führende Verfassungsrechtler, unter anderen der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, als auch der Ethikrat dagegen ausgesprochen haben.
Eine Impfpflicht sozusagen „auf Vorrat“ wäre eindeutig verfassungswidrig. Auch in Kenntnis dieser Tatsachen hält Lauterbach stur an seinem Vorhaben fest und erweist sich zum wiederholten Male als völlig beratungsresistent.
Zum Genesenen-Status ist noch zu sagen, dass nach einer Studie des Paul-Ehrlich-Instituts bei Genesenen ein anhaltender Antikörpernachweis über mehr als 14 Monate nachgewiesen wurde. Wie passt damit die vom Robert-Koch-Institut eigenmächtig vorgenommene Verkürzung auf drei Monate zusammen? Ob so das Vertrauen in die politisch Handelnden gestärkt wird, muss wohl eher bezweifelt werden.
Martin Stemberger
Rosenheim
Ich vermute mittlerweile, dass sich die Entscheider in einem schon länger dauernden Prozess des Selbstversuchs mit Cannabisprodukten befinden, die sie irgendwann legalisieren wollen. Anders kann ich mir das Durcheinander und die andauernde Konzeptlosigkeit nicht mehr erklären.
Der eine sieht in seiner Glaskugel schon für Sommer die nächste Welle anrollen, während andere sie im Herbst verorten. Wenn sie die Kugeln mal übereinanderlegen würden, dann kommt vermutlich ein Corona-Tsunami raus, der uns das ganze zweite Halbjahr beschäftigen wird. Und jetzt die Quasiabschaffung der Beschränkungen – wie passt das zusammen? Aber im Endeffekt ist das nur die konsequente Fortführung der zweijährigen Konzeptlosigkeit. Impfpflicht wird jetzt für den Herbst diskutiert, wenn den Prognosen zufolge eh schon alles vorbei ist. Und das mit Impfstoffen, die den Geimpften sowie seine Umgebung nicht vor Ansteckung schützen. Wenn man Glück hat, machen sie den Krankenhausaufenthalt erträglicher. Das ist so, als wenn man eine Geburtenkontrolle einführen möchte und als einzige Maßnahme löchrige Kondome vorschreibt. Da ist es kein Wunder, wenn Geimpfte und Nichtgeimpfte zunehmend gereizt reagieren und sich auch so äußern.
Ulrich Eiwan
Amerang
Natürlich wäre eine Impfpflicht für alle (zum Beispiel ab 18 Jahre) die bessere Lösung gewesen. Allerdings ist die einrichtigungsbezogene Impflicht deswegen nicht falsch. Diese stellt auch keine Stigmatisierung der betroffenen Berufsgruppen dar.
Falsch ist das Verhalten der Mitarbeiter in diesen Einrichtungen, die ihr eigenes „Bauchgefühl“ über den Schutz der ihnen anvertrauten Menschen stellen und sich nicht impfen lassen. Vor der Pandemie wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, dass dort ein derartig verantwortungsloses Verhalten in diesem Umfang an den Tag gelegt wird. Diese Mitarbeiter sollen bitte einmal über den Tellerrand hinausschauen. In anderen Berufsgruppen gibt es schon viel länger eine Impfpflicht. Beispielsweise bei der Feuerwehr, deren Mitarbeiter sich gegen Hepatitis, Masern und bald auch Covid-19 impfen lassen müssen. Hört man von denen irgendwelches Gejammer? Wer partout nicht damit klarkommt, hat wohl den falschen Beruf gewählt.
Peter Niederberghaus
Stephanskirchen