Schul-Massaker ist das Symptom einer vollkommen kranken Gesellschaft

von Redaktion

Zum Bericht „USA: 21 Tote nach Amoklauf an Grundschule“ (Politikteil):

Wieder ist es passiert, dass Schulkinder niedergemetzelt wurden. Wieder rätselt die Nation ob der Ursachen für solches Tun. Ein Sicherheitsmann hatte Urlaub, die Polizei habe zu spät und unentschlossen eingegriffen. Der weise Donald Trump rät den Bürgern, sich zu bewaffnen und Schulen abzuriegeln. Das Volk ruft leise nach verschärften Waffengesetzen, US-Politiker sinnen auf Lösungen, ohne das „uramerikanische“ Waffenbesitzrecht zu verletzen.

Weshalb kommt niemand auf den einfachen Gedanken, dass kein Mensch in einer zivilisierten Gesellschaft eine Waffe zu tragen braucht? Meiner Meinung nach sind es Symptome einer durch und durch kranken Gesellschaft, in der sich eine kleine Kaste Vermögender ein Millionenheer adipöser Konsumsklaven hält – regiert von abhängigen, formbaren oder gar der Kaste zugehörigen Politikern. Wie anders kann es sein, wenn nicht die Politik die Normen vorgibt, sondern allmächtige Lobbys. Dabei präsentiert man sich als Hort der Demokratie.

Der Präsident darf per Dekret Strafzölle auf Güter befreundeter Nationen erheben, ohne Absprache mit anderen Verfassungsorganen den Einsatz von Atomwaffen befehlen. Das nötige Köfferchen wurde noch jüngst neben Donald Trump hergetragen. Mir wird schwindelig. Der Präsident hat auch die Macht, das oberste Gericht der USA so zu besetzen, dass dieses über Jahrzehnte in seinem Sinne wirken kann.

Etwa die Hälfte des Wahlvolkes findet das alles ganz toll und ist dabei, Donald Trump eine zweite Amtsperiode zu verschaffen. „Amerika, du hast es besser“ dichtete einst Goethe. Wirklich?

Nikolaus Oppenrieder

Rosenheim

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