Bauchschmerzen wegen Waldbad

von Redaktion

Zum Bericht „So geht es mit dem Waldkraiburger Waldbad weiter“ (Lokalteil):

Die Stadtverantwortlichen entscheiden über ihnen anvertraute Finanzmittel der Bürgerschaft. Deshalb muss gefordert werden, dass auf stark veränderte Rahmenbedingungen reagiert wird. Immerhin ist der Beschluss zum Abriss des Waldbades eine Grundsatzentscheidung, obwohl weder die baurechtliche und schon gar nicht die finanzielle Umsetzbarkeit eines Ersatzneubaus gesichert sind. Immerhin klafft zwischen Haushaltsansatz und dem zu erwartenden Investitionsbedarf eine beachtliche Differenz. Dass die interessierte Bürgerschaft dabei Bauchschmerzen hat, ob es in Zukunft überhaupt noch ein Schwimmbad in Waldkraiburg geben wird, ist mehr als nachvollziehbar.

Wer würde bei privaten Großinvestitionen so handeln, wenn alles ungewiss ist? Dabei hätte es nur eines Zusatzes in der Beschlussfassung bedurft, der diesem Projekt innerhalb der schwierigen Haushaltslage Realisierungspriorität einräumt. Die berechtigten Sorgen der Bürgerschaft finden wiederum keine ausreichende Berücksichtigung. Manchmal bedarf es mehr Mut, eine Entscheidung zu überdenken, als auf ihr zu beharren. Über eine örtliche Politikverdrossenheit muss man sich also nicht wundern. Ratsbeschlüsse sind im Übrigen konkret und rechtssicher zu fassen. Da es sich beim bestehenden Waldbad um Eigentum der Stadtwerke Waldkraiburg GmbH handelt, hätte der Beschluss konkret eines Gesellschafterbeschlusses mit Auftrag an die städtische Gesellschaft und einer Aussage über die Übernahme des finanziellen Aufwandes bedurft – also insgesamt doch mehr als nur eine Formalie.

Brigitte Schimm

Waldkraiburg

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