Zum Bericht „Disput nach schwerem Unfall“ (Lokalteil):
Es ist schade: Polizei, Stadt und Landkreis sehen keinen Handlungsbedarf, um die Stadt für Radler sicher zu machen, oder gleich besser: um Mühldorf zu einer fahrradfreundlichen Stadt zu machen.
Mühldorf ist fahrradunfreundlich, auch deshalb ist der Stadtplatz voll mit Autos. Nur wenige Beispiele: Ich fahre vom Stadtplatz Richtung Münchner Tor und möchte zum Stadtberg. Nach dem Kulturbüro: Ende für Radler. Ich muss bis zur Ecke Stadtwall/Luitpoldallee schieben. Will ich vom Münchner Tor zum Altöttinger Tor, fahre ich auf dem Kopfsteinpflaster, weil der Radweg ein Einbahn-Weg ist. Der Radweg des Stadtplatzes ist auch gefährlich, weil parkende Autos ausfahren müssen, rückwärts, über den Radweg.
Ich fahre den Innradweg von Altmühldorf kommend und möchte zum Stadtplatz. Wollte ich nicht die Staatsstraße (alte B12) oder später die Berliner Straße überqueren, was nicht ungefährlich ist, muss ich bis zur Innbrücke, um dann den Radweg stadteinwärts zu nehmen, nach zwei- bis dreimal Ampel. Oder ich nehme die Unterführung an der Berufsschule. Diese ist nicht ungefährlich, weil die enge Kurve nicht einsehbar ist und Radler oder Fußgänger entgegenkommen. Überquere ich die Berliner Straße, so darf ich nicht in die Konrad-Adenauer-Straße fahren, denn sie ist Einbahnstraße und nicht für Radler in Gegenrichtung freigegeben. Vorher die Grundschule entlang dürfte ich eigentlich sowieso nicht fahren, nur schieben.
Macht ein Stadtrat den Vorschlag, an der Hangkante zur Oberstadt (Stadtwallseite) einen erdgebundenen Schräg-Aufzug zu bauen, um das Motivationshindernis Stadtberg (oder Krankenhausberg) fürs Radeln zu entschärfen, wird der Vorschlag belächelt oder verspottet. Man schaue aber zum Beispiel nach Italien in an Berghängen gelegene Orte. Dort gibt es lange Rolltreppen. So ein Schrägaufzug wäre sogar ein bisschen Touristenattraktion.
Man fahre einmal den Innradweg auf Höhe der Innfähre und vorher: Treibsand, der lange nicht beseitigt wird. Nicht nur ältere Radler können da leicht stürzen. Der Radweg ist auch viel zu eng für den Gegenverkehr. Kein Aushängeschild für Mühldorf als Ort am Innradweg.
Manfred Huber
Mühldorf