So können wir als Gesellschaft nicht weiterleben

von Redaktion

Zum Bericht „Scholz und die Ampel im Umfrage-Tief“ (Politikteil):

Hilflosigkeit und Ängste machen sich breit. Immer mehr Krisen schnüren uns die Luft ab, bedrohen ernsthaft unser bisheriges Leben. Und was uns passiert, erfahren viele Länder als existenzielle Bedrohung. Der Überfall eines Landes auf ein anderes rüttelt gewaltig an unserem Gesellschaftssystem. Es wird sichtbar, dass der weltweite Kapitalismus unerwartet angreifbar ist und sich zunehmend als unfähig erweist, die Grundbedürfnisse vieler Menschen (auch nach Nahrung) hinreichend zu befriedigen.

Die Inflation ist so hoch wie seit Jahrzehnten nicht, die Preise steigen und steigen, die Armut wächst unaufhaltsam. Gleichzeitig erzielen viele Konzerne Höchstgewinne, zum Beispiel in der Energiebranche. Diese Entwicklung fördert soziale Unruhen. Die Wandlungsbereitschaft der regierenden Politiker, allen voran der Grünen, ist erschreckend. Wie soll Vertrauen entstehen, wenn Grundsätze von heute auf morgen über Bord geworfen werden? Friedenspolitiker forcieren die Aufrüstung. Bislang entschiedene Gegner der Atomenergie verlängern deren Laufzeiten. Kritiker der Kohlekraftwerke bringen diese wieder in Gang. Und Verurteiler der Förderung des Fracking-Gases kaufen es aus den USA.

Der Klimakatastrophe wurde leider angesichts des Krieges und Corona viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Anstatt jetzt alles zu tun, um deren Folgen noch abzumildern, wird fast nur auf Energieengpässe geschaut, damit möglichst niemand seine Lebensgewohnheiten ernsthaft ändern muss. Das ist zu kurz gedacht und wird sich bitter rächen. Massive Einschränkungen werden wir sowieso erleben. Wir müssen jetzt ernsthaft über die Frage nachdenken, wie wir langfristig als Gesellschaft weiterleben wollen. So sicher nicht.

Andreas Salomon

Rosenheim

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