USA profitieren vom Krieg

von Redaktion

Zu den aktuellen Berichten über den Krieg in der Ukraine (Politikteil):

Allmählich tritt immer deutlicher zutage, dass die USA das einzige Land ist, das vom Krieg Russlands gegen die Ukraine profitiert. Der Krieg schwächt den Erzfeind Amerikas seit den Tagen des Kommunistenhassers McCarthy militärisch und wirtschaftlich. Er bietet Gelegenheit, die modernen amerikanischen Waffensysteme in der Praxis zu testen. Er sichert Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie, auch durch die jetzt zunehmenden Bestellungen der Verbündeten, und fördert dadurch die Wiederwahl des Präsidenten. Und das alles ohne eigene Opfer und größere wirtschaftliche Nachteile. Jedenfalls hat die amerikanische Politik (Kompromisslosigkeit und Härte, kalte Schulter für Putins Vorschläge nach einem neuen Sicherheitssystem an der russischen Südwestflanke) letztlich dazu geführt, dass Putin den Krieg begonnen hat, um sein Gesicht zu wahren. Der Westen wusste ja (oder hätte zumindest wissen können), wie Putin tickt.

Bedauerlich ist lediglich, dass die Nato-Verbündeten, insbesondere unsere Ampelregierung, der amerikanischen Vorgabe kritiklos gefolgt sind, anstatt selbst nachzudenken. Zu der desolaten derzeitigen Situation hat natürlich auch und vor allem die ukrainische Machtelite selbst beigetragen, die von ihren Maximalforderungen nie abgerückt ist und lieber einen Krieg mit ungewissem Ausgang in Kauf nimmt.

Mit seinem Einmarsch in die Ukraine hat Putin sich natürlich gewaltig verrechnet: Vermutlich hat er nicht mit einem derart erbitterten Widerstand der ukrainischen Armee gerechnet, sondern wollte in einem Blitzkrieg von wenigen Tagen Kiew einnehmen und eine russlandfreundliche Regierung installieren. Das ist ihm auch dank der westlichen Waffenlieferungen nicht gelungen. Geschlagen wird er sich aber wohl in keinem Fall geben – eher wird er zum letzten ihm verbliebenen Mittel, zu atomaren Waffen, greifen.

Auch wenn Putin fraglos allein die moralische Schuld an der derzeitigen Lage trägt, ist es jetzt Aufgabe der westlichen Politik, einen Weg aus der verfahrenen Situation zu finden.

Lothar Schultz-Pernice

Rosenheim

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