Zur Berichterstattung über den Schulbusverkehr in Mühldorf (Lokalteil):
Ähnlich wie Frau Frisch in dem Artikel, gibt es in Mühldorf viele Menschen, die kein Auto zur Verfügung haben und auch nicht ohne Weiteres aufs Rad steigen oder längere Strecken zu Fuß gehen können. Für eine große Bevölkerungsgruppe ist ein gutes Busangebot schlicht eine Notwendigkeit, um im Alltag mobil zu sein. Leider gibt es bei uns zu den Zeiten, wo vor allem Berufstätige den Bus brauchen, bekanntlich kein adäquates Angebot. Ganze Ortsteile, wie das wachsende Siedlungsgebiet im Nordwesten und der Industriepark im Nordosten sind überhaupt nicht angebunden. (Letzteres wurde im Nahverkehrskonzept des Landkreises schon vor Jahren moniert.) Ich kenne Menschen, die Job- oder Weiterbildungsangebote nicht wahrnehmen können, weil es keine Busverbindung zum entsprechenden Standort gibt. Rufbusse, wie sie einigen Stadträten vorschweben, können keine Alternative für einen regelmäßigen und verlässlichen Linienverkehr sein, allenfalls eine Ergänzung. Wenn man sich schon Burghausen zum Vorbild nimmt, sollte man das dortige Linienbussystem kopieren: Der Citybus fährt an Werktagen und Samstagvormittag durchgehend von 6.30/7.30 Uhr bis 19 Uhr im 30-Minutentakt, danach im Stundentakt (am Wochenende sogar kostenlos!). Der Rufbus ist nur ein zusätzliches Angebot. Nun ja, Mühldorf hat keine Firma Wacker. Trotzdem muss unser zukünftiges Busangebot endlich bedarfsgerecht und so attraktiv sein, dass es mehr Menschen täglich nutzen. So können wir nebenbei Geld für große Parkhäuser einsparen und etwas für den Klimaschutz tun. Das noch unter Frau Zollner entwickelte Buskonzept war nicht perfekt, könnte aber als Ausgangspunkt für weitere Überlegungen dienen.
Adelheid Kückelhaus
Mühldorf