Experten-Ratschläge zum Stromsparen sind für die Tonne

von Redaktion

Zu „Vorbereitet bei Stromausfall“ (Wirtschaftsteil):

Selten ist so ein Unsinn zu lesen wie in diesem Artikel, in dem Norbert Endres, der angeblich Energieexperte der Verbraucherzentrale Bayern ist, zitiert wird. Endres rät von der Anschaffung eines Notstromaggregats ab, weil angeblich das Personal in den Netzleitstellen Stromausfälle verhindern kann. Diese Ingenieure sind sicher hoch qualifiziert, aber wenn zu wenig Kraftwerkskapazität verfügbar ist, ist es unvermeidlich, dass der Strom großflächig ausfallen kann oder gezielt abgeschaltet wird. Er rät auch vom Kauf von Heizlüftern ab und predigt Solidarität (wohl beim Frieren). Wer bei Gasausfall keine alternativen Heizmöglichkeiten hat wie einen Holzofen, für den kann ein Heizlüfter die Rettung sein. Und dann noch der Vorschlag, mit einer steckerfertigen, kleinen Solaranlage Notstrom zu erzeugen. Herr Endress weiß wohl nicht, dass diese Anlagen ins Netz einspeisen. Wenn kein Netz da ist, können sie auch keinen Strom erzeugen. Dazu braucht man eine netzunabhängige Inselanlage. Nur bringen solche Anlagen, die auch teuer sind, im Winter, wenn Stromausfälle am häufigsten auftreten, so gut wie nichts. Kleine ins Netz einspeisende Balkonkraftwerke reduzieren höchstens die Stromrechnung, nützen aber bei Stromausfällen gar nichts. Wer verhindern will, dass seine Kühl- und Gefriergeräte bei einem mehrtägigen Stromausfall abtauen, braucht ein Stromaggregat mit Invertertechnologie. Wer damit auch noch seine Öl- oder Gasheizung weiter betreiben will, sollte einen Elektriker beauftragen, einen Schalter in den Hauptverteiler (im Zählerschrank) einzubauen, der das Hausnetz vom Versorger abtrennen und auf das Notstromaggregat umschalten kann. Der Beitrag in der Rubrik „Geld und Markt“ dagegen ist nicht hilfreich, sondern schädlich.

Herbert Sax

Großkarolinenfeld

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