Zum Bericht „Regierung deckelt Gaspreise“ (Politikteil):
Es besteht ein Überangebot an Flüssigerdgas (LNG). Anders als weitblickende Länder wie zum Beispiel Frankreich und Belgien haben wir keine Hafenanlagen zum Löschen und Speichern von LNG.
Also müssten wir ab sofort mit Tankschiffen das LNG aus den Vereinigten Staaten, Arabien und so weiter mittels schwimmender Anlegestellen/Speicher im Wechselbetrieb in das Netz einspeisen, bis wir eigene Anlagen errichtet haben.
Versäumnisse, uns von der Energieabhängigkeit (60 Prozent) zu lösen, die bereits 2018 von den USA bei der UN und Nato angesprochen wurden, könnten damit kompensiert werden. Alle Probleme mit Subventionen beziehungsweise staatlichen Zahlungen zu deckeln, statt diese an der Wurzel zu lösen, ist nicht sinnvoll.
Der Marktpreis für Gas, derzeit doppelt so hoch wie 2010 bis 2020, wird bei dem Gas-Überangebot und der schwächelnden Wirtschaft wahrscheinlich wieder sein altes Niveau finden, also um die 3,50 Dollar statt 6,60 wie jetzt.
Unsere 200 Milliarden Euro, die etwa das halbe Regierungsbudget darstellen und die als Kredit mit Zinsen zurückgezahlt werden müssen (großer „Wumms“), nur als langfristige Preis-Dämpfung für das Gas einzuführen, ist weit überzogen im Hinblick auf die Preissteigerungen der Lebenshaltungskosten auf allen Gebieten.
Die „Abfederung“ der Preissteigerungen sollte nur für die zutreffen, die in eine ernsthaft bedrohliche Lage kommen. 200 Milliarden Euro für 84 Millionen Bürger, also 2380 Euro pro Person (Kinder eingerechnet), das passt hinten und vorne nicht.
Walter Wieland
Prien
200 Milliarden Euro an neuen Krediten will die Regierung aufnehmen und damit den Gaspreis „deckeln“. Ja, dieser „Abwehrschirm“ wird uns Verbraucher kurzfristig entlasten, aber auch dazu führen, den Ärmsten der Armen weiter kostbares LNG vor der Nase wegzukaufen und weiter zu horrenden Preisen dreckiges amerikanisches Frackinggas zu beziehen. Er wird auch insbesondere Geld unserer Kinder und Enkel in die Kassen heute schon unheimlich reicher Konzerne lenken, wird aber nicht zu Preisreduktionen führen.
Sehr zur Freude des Kommentators, der ihm „Macht“ statt „Murks“ gefunden zu haben bescheinigt, hat Habeck in die sozialistische Umverteilungskiste gegriffen. Besser wäre es gewesen, ins kleine Einmaleins der Ökonomie zu schauen. Darin steht, dass eine auf Knappheit begründete Preisexplosion ausschließlich durch Ausweitung des Angebotes an dem knappen Gut zurückgeführt werden kann. Nur durch substanzielle Ausweitung des Angebots an Energie können wir also die Energiepreisexplosion und die nachfolgende Deindustrialisierung Deutschlands abwenden. Es muss sich aber um qualitativ hochwertige Energieformen handeln. Flatterstrom hilft da nicht weiter. Daher müssen wir: 1.) Alle sechs noch einsatzfähigen Kernkraftwerke sowie alle einsatzfähigen Kohlekraftwerke (zum Beispiel Moorburg) sofort ans Netz bringen und unbefristet weiterbetreiben. 2.) Das Schiefergas in der norddeutschen Tiefebene anzapfen. 3.) Die Entwicklung der neuen und sauberen dual-fluid-Technologie für Atomkraft massiv fördern. 4.) Das EEG-Gesetz abschaffen und 5.) Die Sanktionen aussetzen und vorbedingungslose Friedensverhandlungen in die Wege leiten. Sonst wird Deutschland (ein bisschen später halt) keine Industrie mehr, dafür aber Armut in nie gekanntem Ausmaß haben.
Dr. Andreas Strasser
Bruckmühl