Planungen führen an Bedürfnissen vorbei

von Redaktion

Zu den Berichten über die Pläne der Bahn (Bayernteil):

Immer wieder bringen die Bahn und deren Lobbyisten das Argument, der Güterverkehr müsse auf die Schiene verlagert werden. Sie erhoffen sich dadurch Zuspruch aus der Bevölkerung, die unter dem wachsenden Lkw-Verkehr auf den Autobahnen ächzt. Doch erkennen die Bürger zunehmend, dass Bahn und Politik schon längst erste Schritte hätten einleiten müssen, um Güter auf die Schiene zu bringen, sollten sie dieses Ziel ernsthaft verfolgen.

Die Kapazitäten auf der Schiene sind heute schon vorhanden. Doch was geschieht in diese Richtung? Nichts. Konkrete Schritte zur Schaffung von Verlademöglichkeiten? Fehlanzeige. Vergangenes Jahr gab es eine Studie zum Thema kombinierter Verkehr (Sattelauflieger/Zug). Wann folgt wohl eine Umsetzung?

Beabsichtigt ist in Wirklichkeit die Realisierung eines EU-Projektes, zu dessen Umsetzung sich der deutsche Staat vor langer Zeit verpflichtet zu haben meint: die Verbindung der Metropolen Europas mit Hochgeschwindigkeitsstrecken („TEN-Projekt“). Glauben die Verantwortlichen aber allen Ernstes, dass eine solche Verbindung zwischen München und Verona der „Entwicklung des Binnenmarktes“ dient und der „Verbesserung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhaltes der Union“? Da gibt es unzählige andere, weniger aufwendige Maßnahmen, die diese Ziele weitaus besser erreichten.

Die geringen Fahrgastzahlen, die verschiedene Gutachter prognostizieren (unter anderem die BCP-Studie 2021), rechtfertigen nie und nimmer die gigantischen Kosten eines solchen Bauwerks.

Die Bürgerinitiativen wollen sehr wohl den Güterverkehr auf der Schiene, aber dafür braucht es keine Neubaustrecke für Geschwindigkeiten bis 230 km/h, sondern eine Änderung der Subventionspolitik. Das sollte auch der Verkehrsclub Deutschland erkennen und auf emotionale Statements verzichten.

Franz Oeckl

Ostermünchen

Wann endlich wird die „Heimat“zeitung sich auf ihre Verantwortung für die Heimat besinnen und wieder auf sachliche Argumente hören statt auf die Märchen des Bundesverkehrsministeriums und der Bahn?

Dass es „bei den Italienern“ vorangeht, kann man nur glauben, wenn man noch nicht dort war. Südlich von Waidbruck passiert so gut wie nichts, und alle zitierten Planungen beziehen sich auf eine Strecke mit, Achtung, zwei Gleisen. Der Brennerbasistunnel hat zwei Gleise. Auch ab Grafing in Richtung München sind nur zwei Gleise für den Fernverkehr vorgesehen. Wie erklärt man den Lesern, dass dann zwischen Grafing und Kufstein vier Gleise gebraucht werden? Wann lese ich im OVB etwas über die Klimabilanz des Projekts, dessen Herstellung mehr CO2 ausstößt, als in Jahrzehnten wieder eingespart werden kann? Wann etwas über die Kosten-Nutzen-Rechnung, die solche Verkehrsprojekte eigentlich bestehen müssten, bevor geplant werden darf? Dass stattdessen mit naiver Technikbegeisterung die Abläufe der Bauarbeiten geschildert werden, dafür muss man hingegen danken: Es lässt uns ahnen, was auf unsere Heimat zukäme, sollte dieser Irrsinn jemals verwirklicht werden.

Frank Wiens

Stephanskirchen

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