Wo ist die Diplomatie der Zugeständnisse?

von Redaktion

Zu den Berichten über den Krieg in der Ukraine (Politikteil):

Deutschland ist ein kleines Land ohne Atomwaffen, in der Mitte Europas. Bereits die geografische Lage und fehlende militärische Wehrhaftigkeit eignen sich nicht dazu, um bei der Aufmunitionierung der Ukraine eine deutsche Führungsposition oder einen Alleingang einzufordern. Mit diesen Rufen betreibt Manfred Weber gefährlichen Populismus.

Die Sorge des SPD-Vorsitzenden vor einer drohenden Eskalation des Überfalls der Ukraine hin zu einem Dritten Weltkrieg mit der Rhetorik Putins gleichzusetzen, ist eine stillose Diffamierung des politischen Gegners von Herrn Weber. Falsch ist auch Herrn Webers Behauptung, dass die Hilfen für die Ukraine „immer erst auf Druck“ erfolgten.

Die unbürokratische Aufnahme von Flüchtlingen, die humanitäre Hilfe in der Ukraine, die direkte finanzielle Unterstützung von Waffenkäufen erfolgte ohne Zögern. Was hier geleistet wird, sollte sich der deutsche Steuerzahler von Herrn Weber nicht kleinreden lassen. Dass bei der direkten Lieferung von Waffen von deutscher Seite immer die Abstimmung mit der EU und den USA erfolgt ist und nicht jedem unqualifizierten Zuruf nach sofortiger Lieferung in vorauseilendem Gehorsam gefolgt wurde, sollte beim Europa-Politiker Weber eigentlich auf Zustimmung stoßen? Aber weit gefehlt, Panzer sollen her, sofort, ruft Herr Weber ungeduldig. Kosten wurscht, Tauglichkeit, Bedienung, Unterhaltung, Lebensdauer, Nachschub, Gefahr des Kriegseintritts, internationale Abstimmung – alles wurscht.

Herr Weber versichert, dass die Wahl der Forza Italia keinen Grund zur Beunruhigung böte. Das mag nicht recht passen zu Berlusconis Rechtfertigungen für den Einmarsch Putins in die Ukraine. Im fernen Brüssel bleibt Herrn Webers politisches Wirken, so hoffe ich, folgenlos.

Christian Spitz

Unterwössen

In Russland findet zur Zeit kein Krieg und auch kein Angriffskrieg statt. Aber unsere deutsche Regierung möchte viele russische Flüchtlinge, die jetzt ihr Heimatland verlassen, aufnehmen. Es verlassen hauptsächlich junge Männer, sogenannte Deserteure, das Land. Aber wissen wir genau, wer in unser Land kommt? Oder ist auch etwas Taktik mit im Spiel für einen späteren Schachzug?

Peter Moosmüller

Bad Endorf

„Krieg ist Frieden“, dieses Narrativ von George Orwell aus seinem Buch „1984“ kommt mir in den Sinn, wenn ich die Aussagen von Baerbock, Habeck und Co. höre. Wenn unsere Außenministerin Baerbock sagt dass „unsere Waffen helfen, Menschenleben zu retten“ und fordert, mehr Waffen in die Ukraine zu senden, dann sehe ich das Bild vor mir, was mir meine wunderbare Frau, eine Russin, gezeigt hat. Das Bild von drei jungen Männern, allesamt Brüder zwischen 18 und 23, welche von ihrer Mutter in Moskau Abschied nehmen, um in den Krieg zu ziehen.

Natürlich gibt es die gleiche Situation auch auf der ukrainischen Seite, wo sich die Mütter schmerzlich von ihren Söhnen verabschieden müssen. Alle Mütter, egal welche Kriegsparteien es sind, weinen um ihre Söhne, welche ihr Leben auf dem Schlachtfeld für sinnlose ideologische Werte hergeben müssen.

Macht es die Sache aber dann besser, wenn man dann noch mehr Waffen zum Morden in diesen unsäglichen Krieg schickt?

In mir kommt eine Wut auf unsere Regierung hoch, welche mit Plattitüden und Zynismus das Ende dieser armen Menschen besingt. Als wäre ein Krieg nur ein Planspiel, in welchem man die Figuren setzt und dort die Figuren „schlägt“.

Warum gilt ausgerechnet in diesem Konflikt nicht die Diplomatie der Zugeständnisse? Warum erklärt man nicht wie Kuba auch die Ukraine zum neutralen Gebiet der Großmächte? Diese Zusage der damaligen Großmächte USA und der Sowjetunion im Jahr 1962 hatte dazu geführt, das der militärische Konflikt beendet wurde und die Menschheit nicht in einem Dritten Weltkrieg geendet ist.

Es wäre schön, wenn unsere Regierung sich hier ein Vorbild nehmen und eine Haltung der Vernunft und Verantwortung einnehmen würde.

Hubert Kirmaier

Edling

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