Zum Bericht „Die Rückkehr des Lebens“ (Kulturseite):
Es liegt mir fern, eine Kritik zur Kritik zu verfassen, da eine Konzertkritik naturgemäß ja immer einen hohen Anteil von subjektivem Empfinden beinhaltet. Gleichwohl könnte ich zu dem Konzert durchaus auch substanzielle Kritik anbringen. Darum soll es aber hier nicht gehen, sondern: In Zeiten, in denen Veranstalter mit nachlassendem Interesse an Konzerten zu kämpfen haben, sollten Sie, aber auch die auftretenden Künstler, ein Augenmerk auf das Preis-Leistungsverhältnis richten. Ein Konzert, das wie das von dem in allen Medien präsenten Starpianisten Igor Levit gerade mal eine gute Stunde dauert, ist bei Preisen im mittleren Segment von über 90 Euro in dieser Hinsicht indiskutabel und sein Geld nicht wert. Man könnte die drei letzten Sonaten Beethovens durchaus mit anderen Programmpunkten vor einer „echten“ Pause kombinieren. Dass nach der letzten Sonate Beethovens sich Zugaben verbieten, ist Usus und nicht zu kritisieren. Der meiner Meinung nach derzeit beste noch auftretende Pianist Grigory Sokolov, der übrigens früher regelmäßig in Rosenheim gastiert hat, spielt in der Regel mit Pause etwa zweieinhalb Stunden. Aber der ist ja auch schon über 70 Jahre alt.
Elmar Strohmeier
Vogtareuth