Zu den Berichten über die Klebeaktionen der „Letzten Generation“ (Politikteil):
Was ist rechtens? Mit dem Auto rasen und das Klima noch weiter anheizen? Voll okay, alles rechtens. Völlig überzüchtete extrem verbrauchende SUV, die niemand nötig hat, bauen und kaufen? Voll okay. Von regenerativen Energien schwätzen, aber jede Menge Hindernisse dagegen aufbauen? Voll okay. Werbung machen für ungesundes Essen für Kinder, für Wegwerfartikel, für Müllproduktion, für noch mehr Rohstoffverbrauch? Voll okay. Treibhausgase emittieren, egal wofür, die die Lebensumwelt unserer Kinder und der Nächsten in anderen Ländern zerstören? Vollumfänglich erlaubt. Menschen, die vorm Untergang flüchten, faktisch ins Meer zurückstoßen und ersaufen lassen? Auch das offensichtlich okay, geht halt nicht anders. Aber wehe, es kommen Leute, die das nicht mehr ertragen können, und kleben sich an der Straße fest, um verzweifelt das Bewusstsein und das Gewissen ihrer Mitbürger wachzurütteln: Dann muss man richtig hart durchgreifen, das ist ja superkriminell. Solche Leute, von denen nur Übles zu erwarten ist, müssen weggesperrt werden. Unbedingt! Da wird dann auf solche Klima-Besorgten in den OVB-Heimatzeitungen geschimpft („Pseudo-religiöse Überhöhung der Klimarettung“, „Weltuntergangspropheten“), es wird keine andere Moral außer krassem Egoismus in Politik und Wirtschaft gelten gelassen, und es wird diesen Besorgten Doppelmoral vorgeworfen.
Über Klebeaktionen kann man diskutieren, aber: Ich finde, die Kleber gehören zu den Helden unserer Tage. Gott sei Dank, dass es solche Leute gibt!
Franz Garnreiter
Rosenheim