Zum Bericht „Raser filmt sich bei Tempo 300“ vom 20. Dezember (Regionalteil):
Ein Ire, der mit Tempo 300 durch den Kreis Rosenheim fährt und jetzt von den Behörden verfolgt wird – geht’s denn noch? Da hat der Mann doch quasi direkt vor seiner Haustür eine Insel, auf der es fast keine Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt: die Isle of Man.
54 Kilometer wären es auf dem kürzesten Weg gewesen von Irland zur Isle of Man. Stattdessen reist er 1400 Kilometer weiter bis zum Inntaldreieck. Mehr noch, er hätte auf der Isle of Man völlig legal die wahre Herausforderung haben und mit Tempo 300 über die Landstraße donnern können und dürfen. Er hätte dort obendrein völlig legal Rennen austragen können.
Jedes Jahr findet dort die Tourist Trophy statt. Am Tag vor der Veranstaltung dürfen die Besucher ganz nach eigenem Geschmack Rennen austragen auf der 60-Kilometer-Rundtour um die Insel. Bei den offiziellen Veranstaltungen werden Durchschnittsgeschwindigkeiten über die gleiche Strecke von mehr als 200 Stundenkilometern erreicht. Da müssen sich zwangsläufig reichlich Streckenabschnitte finden lassen, auf denen er die 300 km/h locker hinter sich lassen hätte können – ohne anschließend vom Büttel verfolgt zu werden.
Jürgen Keil
Vagen