Einzahlungsbeginn und -dauer zur Rente dürfen nicht vergessen werden

von Redaktion

Zum Interview „Wirtschaftsweise Schnitzer: ‚Abschlagsfreie Rente mit 63 falsch.‘“(Politikteil):

Es ist eine Katastrophe, mit welcher Dreistigkeit die deutsche Presse und die deutschen Politiker den deutschen Arbeiter belügen, auf dessen Kosten sie leben.

Einen Zuschuss zur Rentenversicherung gibt es nicht. Seit 1957 wird jährlich aus der Rentenversicherung Geld entnommen – für Leistungen, die mit Rente nichts zu tun haben. Stand 28. September 2022 sind 948 Milliarden nicht mehr zurückgeführt worden. Das, was in den Zeitungen und von den Politikern als Zuschuss veröffentlicht wird, ist nur ein kleiner Teil dessen, was vorher entnommen und anderweitig verteilt wurde. Würde die Rentenversicherung nicht geplündert werden, könnte die Rente 15 Prozent höher sein. Das wäre doch was.

Dass die Presse sich nur noch zum Sprachrohr der Politiker macht und die Leser belügt, sagt doch alles. Aber lieber macht man sich bei den Politikern lieb Kind, als dass man die zahlenden Leser wahrheitsgemäß informiert. Das sagt doch alles über die deutsche Presse aus.

Nikolaus Maier

Halfing

Wirtschaftsminister Robert Habeck wurde zuletzt (durchaus auch zurecht) für seine nicht korrekt geäußerte Sicht zum Thema Insolvenz sehr stark kritisiert. Interessant, wenn auch „Wirtschaftsweise“ – hier Professorin Monika Schnitzer – mal etwas verwechseln oder nicht korrekt darlegen. Auch eine Wirtschaftsweise sollte wissen, dass ein Schreiner keinen Dachstuhl macht. Das aber nur am Rande.

In dem genannten Interview geht es auch um die Rente. Leider wird dabei meist nur von einer Seite aus gedacht, nämlich vom Eintrittsalter und den Abschlägen auf die Rentenauszahlung her. Nichts zu hören ist vom Einzahlungsbeginn und der Einzahlungsdauer.

Wer bringt künftig noch 45 Beitragsjahre zusammen? Spielt für ein funktionierendes System nicht auch das eine Rolle? Können wir es uns weiterhin leisten, dass immer mehr Menschen erst mit 27 oder gar 30 plus mit den Beitragszahlungen beginnen? Dauern unsere (beitragsfreien) Ausbildungen an Universität und Fachhochschulen zu lange? Gibt es andere Ausbildungswege, bei denen man nicht erst mit kurz vor 30 produktiv ins Wirtschaftsleben eintritt?

Ein Schreiner – Entschuldigung – ein Zimmerer, der mit 16 oder 17 Jahren begonnen hat, körperlich schwer zu arbeiten, und mit über 60 seine 45 Beitragsjahre zusammen hat, soll nach der Meinung von Frau Schnitzer dann noch einmal fünf bis zehn Jahre dranhängen und zumindest noch im Lehr- oder Planungsbereich arbeiten. Hauptsache er geht nicht mit 63 (abschlagsfrei) in Rente.

Vielleicht sollten mehr Studierende erst einmal Praktisches arbeiten, bevor man sich spezifisch weiterbildet, um zu wissen, wovon die Rede ist? Die Zeit an der Uni ist gesellschaftlich zu aufwendig, um sich „auszuprobieren“, bis man „seinen Weg“ findet.

Stephan Oberprieler

Bad Feilnbach

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