Zum Bericht „Das Reh ist keine heilige Kuh“ (Politikteil):
Immer häufigere Jagden und täglich durch die Natur ziehende Menschenmassen – oft mit Hund – führen dazu, dass sich das Wild nicht mehr aus dem Wald traut und deshalb gezwungen ist, das eine oder andere Bäumchen anzuknabbern, um nicht zu verhungern.
Auch mehrmals im Jahr bis an den Waldrand gegüllte Wiesen und trotz Notzeit teils geschlossene Futterkrippen führen zu Wildverbiss. Der Mensch ist also daran schuld. Das sollte auch der Bund Naturschutz wissen.
Anstatt sich zum Handlanger der Waldbauern zu machen, indem er ins selbe Horn bläst und ebenfalls höhere Abschüsse fordert, täte er besser daran, sich dafür einzusetzen, dass weniger Rehe geschossen werden. Denn findet der Wolf in seinem Revier zu wenig Wild, ist er gezwungen, vermehrt an das Vieh zu gehen. Der beste Weidetierschutz ist deshalb, dass weniger Wild getötet wird.
Kann es sein, dass die Gier der Forstlobby derart groß ist, dass es ihr am liebsten wäre, wenn das gesamte Schalenwild aus den Wäldern verschwinden würde? Warum nur regen sich Bund Naturschutz und die Waldbauern einzig über den Wildverbiss auf, aber nicht über die von Harvestern angerichteten großflächigen Waldschäden und die jährlich zigtausenden Hektar gefällter Bäume für Skipisten, Windkraftanlagen, Straßen, Wohn- und Gewerbebauten?
Vielleicht deshalb nicht, weil der Klimawald im Grunde gar nicht so wichtig ist, sondern nur dazu da ist, um beim Wähler immer noch höhere Wildabschüsse und millionenschwere Subventionen für die Waldbauern zu rechtfertigen?
Alexander Treiber
Traunstein