Zur aktuellen Berichterstattung über den Ukraine-Krieg und die Panzerlieferungen (Politikteil und Leserbriefseite):
Auch wenn noch so viel Kriegsmaterial geliefert wird, muss man klarstellen: Einen Krieg gegen eine Atommacht kann man nicht gewinnen. Daher ist ein Umdenken dringend notwendig. Wir müssen wieder an die Wahrheit des Evangeliums glauben. Dort heißt es: „Böses nicht mit Bösem vergelten. Die Feinde lieben. Denen Gutes tun, die uns hassen.“ Auch wenn das unserer menschlichen Natur total widerspricht, ist dies doch der Weg zum Frieden. Haben wir den Mut, den Weisungen Jesu zu folgen. Dann kann es zu Verhandlungen kommen, dann kann Friede werden.
Hildegard und Günter
Sochatzy
Kirchdorf
„Im Westen nichts Neues“: Das Buch von Erich Maria Remarque von 1928 und die Verfilmung von 2021 schildern die Grausamkeit und Bestialität des Ersten Weltkrieges aus der Sicht eines Soldaten. Im Juli 1914 sicherte Kaiser Wilhelm II Österreich-Ungarn die bedingungslose Unterstützung zu. Mit dieser Zusage begann der Fall des ersten Dominosteins, welcher in einer Kettenreaktion zum Ersten Weltkrieg führte.
Am 10. Januar 2023 unterzeichneten die EU und die Nato einen Vertrag zur Zusammenarbeit und sicherten der Ukraine ihre uneingeschränkte Solidarität und Unterstützung zu. Am 20. Januar erklärte der Kreml, dass Russland die Nato als Kriegs- beziehungsweise als Konfliktpartei im Krieg sieht. Am 24. Januar gab Scholz seine Panzerlieferung bekannt. Kurz darauf sagte Außenministerin Baerbock: „Wir befinden uns im Krieg mit Russland.“ Einen Tag später forderte der Kreml Klarheit über diese Aussage.
Ich frage mich, wann diese Spirale der sprachlichen und politischen Eskalationen aufhört? Wann beginnt der Dialog, die Diplomatie? Wann fallen die Dominosteine endgültig und unaufhaltsam? Remarque sagte einmal: „Ich dachte immer, dass jeder Mensch Frieden wolle, bis ich herausfand, dass es Menschen gibt, die für den Krieg sind, besonders die, die nicht hingehen müssen.“ Was für eine Ironie: Im griechischen Zeitalter hatte es einmal eine lange Phase des Friedens gegeben. Es war einem Gesetz geschuldet, nach dem jeder Volksvertreter, der für einen Krieg stimmte, selbst am Krieg teilnehmen musste. „Es ist leicht, für den Krieg zu sein, wenn man selbst nicht daran teilnimmt.“ Das dachte Paul Bäumer, der Soldat in Remarques Buch, auch. Ich hoffe nicht, dass jemals ein deutscher Soldat ein Buch schreiben wird mit dem Titel „Im Osten nichts Neues“.
Hubert Kirmaier
Edling
Im Ahrtal warten die Betroffenen heute noch auf die versprochenen Staatshilfen. Gleichzeitig reisen deutsche Politiker scharenweise in die Ukraine, um dort Aufbauhilfe zu organisieren. Wir überweisen monatlich eine halbe Milliarde Euro direkt an die Ukraine. In diesem Jahr sollen auch noch 2,3 Milliarden für Waffenlieferungen zur Verfügung gestellt werden, damit der Krieg dort weitergehen kann. Aus Solidarität, denn unsere Außenministerin Annalena Baerbock befindet sich im Krieg mit Russland. Egal was ihre Wähler denken, sie macht es trotzdem. Ja, so geht repräsentative Demokratie!
Olaf Scholz unterstützt die Ukraine mit Leopard-2-Panzern und hat auch die USA überzeugt, Kampfpanzer zu liefern. Wieder so ein Wumms! Wegen unserer starken Volkswirtschaft müssen die Leopard-2-Panzer aber nicht bezahlt werden.
Ach ja, die EU beteiligt sich 2023 noch mit 18 Milliarden an der Unterstützung für die Ukraine, damit die Korruption nicht ins Stocken kommt. Im Rathaus und im Hallenbad frieren die Deutschen sich den Hintern ab. Weil Wirtschaftsminister Robert Habeck Gas und Öl abstellt, reicht zum Essen jetzt nicht mehr das Geld. Man kann auch nicht zur Tafel gehen, weil schon Ukrainer Schlange stehen.
In Anlehnung an das Hoffnungsmotiv „Schwerter zu Pflugscharen“ (Prophet Micha 4, 1-4) mal eine andere Idee: Land für Leben. Die Ukraine ist nach Russland das zweitgrößte Land Europas. Ich bin sicher, dass diese Idee bei den Menschen in der Ukraine eine überwältigende Zustimmung findet.
Wolfgang Pfannkuchen
Riedering
Andreas Strasser ist in seinem Leserbrief vom 4. Februar wieder ein besonderer Vergleich geglückt: Vor gut 200 Jahren sei Bayern im Russlandfeldzug Napoleons schon einmal an einer Expedition nach Osten mit furchtbaren Folgen beteiligt gewesen.
Zum einen verstehe ich das „wieder“ nicht, denn mir ist nicht bewusst, dass irgendjemand einen Gedanken daran verschwendet, bayerische Truppen in die Ukraine zu schicken. Der Vergleich ist aber auch noch aus einem anderen Grund absurd: 1812 war Napoleon der Aggressor gegenüber Russland und Bayern erlitt immense Verluste, weil es sich in der Hoffnung auf entsprechenden Gewinn an die Seite Napoleons gestellt hatte. Heute ist der eindeutige Aggressor Russland.
Napoleon taugt aber durchaus als Vergleich: An ihm zeigt sich, dass ein Aggressor, solange er siegreich ist, in seiner Hybris nicht aufhört, andere Länder mit Krieg zu überziehen. Warum sollte er auch, wenn sein Vorgehen erfolgreich ist? Und genau aus diesem Grund muss Putin in der Ukraine gestoppt werden, weil er sich sonst neue Opfer sucht wie Moldawien, das Baltikum oder auch Polen, schließlich gehörte dies auch einmal zum Zarenreich.
Der angebliche Pazifismus, der der Ukraine jegliche Unterstützung verweigert, führt nachweislich nur zur brutalen Unterdrückung eroberter Gebiete und zu weiteren Konflikten. Herr Strasser bemüht für seine Argumentation ausgerechnet die Linke und die AfD als Zeugen: Die Linkspartei spricht einerseits von einem verbrecherischen Angriffskrieg Russlands und verweigert andererseits Waffenlieferungen an die Ukraine, logisch. Die in weiten Teilen rechtsextreme AfD versteckt ihre einseitige Russophilie unter dem Deckmäntelchen des Pazifismus, lächerlich.
Bernward Schmidt
Prutting
Was ist los in Deutschland? Jetzt wollen alle Krieg. Kann man nicht noch dümmer sein? Weiß denn keiner mehr, was das bedeutet? Hätte man der Ukraine gar keine Waffen geliefert, wäre der Krieg schon längst zu Ende und die Ukraine wäre zum Verhandeln mit Russland gezwungen. Jetzt Waffen zu liefern, ist so, als würde die Feuerwehr zum Löschen statt Wasser Diesel verwenden.
Werner Schönauer
Rosenheim
Über 50 Prozent der Bürger wollen Frieden in der Ukraine. Über 90 Prozent der Medien und der Politiker von CDU, FDP und Grünen sind praktisch Kriegspartei. Annalena Baerbock verlängert den Krieg, indem sie explizit von Kriegswirtschaft und unserem Kampf gegen Russland spricht. Medien laden fast immer dieselben Waffen-Befürworter zum Gespräch ein, obwohl die meisten Experten das Soldatentum gar nicht kennen. Baerbock, Strack-Zimmermann, Merz und Co sind ein Sicherheitsrisiko für Deutschland. Sie sagen, die Ukraine muss gewinnen. Aber Russland wird das niemals schlucken! Jeder Kompromiss ist besser als tausend Tote pro Tag.
Selenskyj will nur verhandeln, wenn die Russen sich komplett zurückziehen – was soll man dann verhandeln? Dann dauert der Krieg noch über fünf Jahre und zerstört auch unser Wirtschafts- und Sozialsystem. Weitere Waffen sollten nur an Selenskyj gehen bei Kompromissbereitschaft. Bei einer Waffenruhe könnten UNO-Truppen einmarschieren. In allen strittigen Gebieten, in denen viele Russen leben, könnten Volksabstimmungen darüber durchgeführt werden, ob die Menschen in der Ukraine, in Russland oder jeweils in einem autonomen Gebiet leben wollen. Letzteres steht im Minsk-Vertrag. Die Ukraine hat dem zugestimmt, aber die Durchführung verweigert.
Martin Cretnik
Prien