Zum Kommentar „Keine Verhandlungen mit dem Weltuntergang“ (Politikteil):
Die Denkweise des Herrn Anastasiadis, dass immer mehr Straßen wegen eines überlasteten Verkehrsnetzes gebaut werden müssten, kann ich leider, oder besser: Gott sei Dank, nicht nachvollziehen.
Es stellt sich doch die Frage, warum wir ständig ein Verkehrschaos haben. Hier nur ein paar Beispiele von vielen: Da holen Eltern ihre Kinder mit dem Auto von der Schule ab, obwohl eine halbe Stunde später der Schulbus bereits fahren würde. Da fährt man in einen 20 Kilometer entfernten Supermarkt, nur um 35 Käsesorten zur Wahl zu haben statt der 30, die man im Lebensmittelgeschäft vor Ort bekommen würde. Da muss jedes Wochenende mit dem fahrbaren Untersatz ein Ausflug in die unter dem Ansturm ächzenden Berge gemacht werden, weil ja die Natur in der eigenen Umgebung brutal zerstört wurde. Und jetzt wären auch noch die Migranten nach Auffassung von Herrn Anastasiadis verantwortlich dafür, dass neue Straßen gebaut werden müssen.
Das sind Menschen, die sich sowieso meistens kein Auto leisten können, weil sie oft die Arbeit machen, für die wir uns zu schade sind. Wir sind ein Teil der Natur, auch wenn dieses Zugehörigkeitsgefühl bei vielen Menschen verkümmert ist. Dem Auto wird zu viel Raum gegeben. Der Mensch unterwirft sich einem technisierten Blechkasten.
Wir wollen ständig Geschwindigkeit und Bequemlichkeit steigern und können uns von Gewohnheiten, gleich wie falsch sie auch sein mögen, kaum trennen. Das liegt leider in der Natur unserer Spezies. Allmählich sollte es auch dem Unsensibelsten klar werden, dass es so nicht weitergehen kann.
„Der Mensch muss Erde unter sich haben, sonst verdorrt ihm das Herz.“ Diesen Gedanken von Gertrud von le Fort sollten wir uns buchstäblich zu Herzen nehmen, solange wir noch eins haben.
Regina Bacher
Bad Feilnbach