Zum Bericht „Bischofswahl endet mit Debakel“ (Bayernteil):
Der derzeitige Stand der Bischofswahl der evangelischen Kirche in Bayern ist kein Debakel, sondern ein normaler demokratischer Vorgang. Ein Debakel wäre es, wenn die Vorstellung der Kandidaten und Kadidatinnen mit Tumulten und handgreiflichen Übergriffen verbunden gewesen wäre. Ich finde es schlimm, dass für demokratische Prozesse, die geregelt ablaufen, eine „Katastrophensprache“ verwendet wird, ein sprachliches Überzeichnen, das nicht förderlich für das Vertrauen in demokratische Vorgänge ist. Ich war in meiner beruflichen Zeit häufig auf Synodensitzungen. Es wird hier mit großer Ernsthaftigkeit über Sach- und Personalfragen, über gesamtpolitische Themen, aber auch über theologische und spirituelle Themen diskutiert.
Es sind schließlich Frauen und Männer von der Basis, die ehrenamtlich viel Zeit und Kraft in diese demokratischen Prozesse investieren und die gemeinsam mit einer kleineren Gruppe aus pastoralen Berufen über die Zukunft dieser Landeskirche diskutieren und entscheiden.
Den Kirchen aller Konfessionen stehen wahrlich schwierige Jahre bevor. Dafür braucht es eine Leitungsperson, die von einer qualifizierten Mehrheit getragen sein sollte. Das ist ein Einigungsprozess, der nicht einfach vom Himmel fällt, sondern ein Prozess von Fragen, Antworten, Abwägen und schließlich Entscheiden – eine Entscheidung, die immerhin für fast ein Jahrzehnt dann gültig ist. Auch die Wahl des bisherigen Bischofs ist erst nach sechs Wahlgängen entschieden gewesen. Was ist ein demokratisches Debakel? Keine Wahlmöglichkeit zu haben. Ich bin stolz auf meine Kirche, die ihre Bischöfe und Bischöfinnen von Menschen an der Basis für einen begrenzten Zeitraum wähl und die die dafür vorgesehenen Spielregeln einhält.
Dr. Brigitte Enzner-Probst
Rimsting
Die Institution katholische Kirche muss erst zur Wahrheit zurückkehren. In den Bischofskonferenzen sitzen sich die meist betagten Herren gegenüber und geben sich als unfehlbare Funktionäre des Glaubens aus. Jeder aber weiß vom anderen, dass er ein Verhältnis mit einer Frau hat, die aber im Alltag in der Versenkung verschwinden muss. Diese Frauen führen der Liebe wegen ein qualvolles Schattendasein. Jeder weiß das vom anderen, aber keiner würde es seinem Mitbruder gegenüber zugeben. Schuld an diesem Verhalten der Kleriker sind die unmenschlichen Rahmenbedingungen der Institution katholische Kirche.
Die Pflicht zum Zölibat ist aus Macht und Habgier der hohen Herren entstanden und hat nichts mit Gott, der die Liebe ist, zu tun. Erst wenn der Priester wieder Mann und die Frau an seiner Seite Frau sein darf, tritt die Schöpfungsordnung Gottes wieder in Kraft. Ohne Liebe – kein Leben.
Ilse Sixt
Oberpframmern