Gebühren als lukratives Geschäftsmodell

von Redaktion

Zur Debatte um die Reform des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks und zum RBB-Skandal (Politikteil):

Der Rundfunkbeitrag könnte bald auf 20 Euro steigen. Und das ist allemal gerechtfertigt. Dann könnten endlich in den öffentlich-rechtlichen Sendern noch mehr Wiederholungen dem geduldigen und vor allem dummen Fernsehkonsumenten angeboten werden. Interessante, informative und wichtige Sendungen können dann gekürzt und zu noch späterer Nachtzeit übertragen werden. Ein anderer, äußerst wichtiger Aspekt für die zu erwartende Gebührenerhöhung ist das Gehalt und die unverschämt hohen Rentenansprüche von Intendanten und nachgeordneten höheren Chargen. Genauere Angaben etwa für die ARD sind unter ard.de, „Gehälter und Vergütungen in der ARD“ zu finden. Wir Fernsehzuschauer freuen uns auf die Gebührenerhöhung, müssen dann doch die Intendanten und Direktoren nicht mehr darben und können sich ein halbwegs normales Leben und einen auskömmlichen Ruhestand leisten.

Holger Mairoll

Kolbermoor

Im Vergleich zu Österreich dürfte es in Deutschland so sein, dass über echte Reformen nur geredet wird, ohne wirklich etwas zu verändern. Der „Beitrag“ ist schließlich seit Jahrzehnten ein lukratives Geschäftsmodell, natürlich nur für wenige. Dass nach dem „Vorbild Deutschland“ Beiträge für Handys und Laptops erhoben werden ist, ist durchaus fragwürdig. Wenn öffentlich-rechtliche Dienste genutzt werden sollen, könnte sich diese der Anwender bei digitalen Geräten bei Bedarf freischalten. Erst würden Kosten anfallen. Diese Methode ist ja etwa auch bei Zeitungsabos üblich. Der Hinweis in Deutschland auf den Staatsvertrag dürfte auch nur eine Ausrede sein, da steht nichts von Machenschaften drin, wie sie offenbar bislang unter anderem beim RBB üblich sind. Selbstverständlich muss man dabei differenzieren. Das Problem dürfte offensichtlich die ignorante und beratungsresistente Führungsriege des Systems sein, oder auch Teile der Politik. Es ist auch nichts Neues: Bereits in den 1960er- Jahren wollte man über das System der GEZ der Presse gegenüber keine Auskunft geben. Nachdem die derzeit rund zehn Milliarden Euro pro Jahr zukünftig nicht mehr reichen werden, sind bereits Pläne für eine Beitragserhöhung in Planung. Das Motto soll wohl einfach weiterhin unverändert bleiben: „ARD, ZDF und Deutschlandradio: Wir machen was wir wollen, Sie haben zu bezahlen.“

Dieter Placht

Bruckmühl

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