Zum Artikel „Große Sorge ums Grundwasser“ (Regionalteil):
Ich teile die Sorge ums Grundwasser. Aber wie ist es denn mit dem Regen, wenn er fällt? Schnell landet er vom Dach oder der Straße in der Kanalisation, sogleich in einen Vorfluter, was früher einmal ein Bach war. Dann in den Inn, der auch in ein Korsett gezwängt ist. Flächen werden munter weiter versiegelt. Wiesen haben eine Drainage, Äcker sind hart vom Maschineneinsatz und der kranke Wald kann seine Aufgabe auch nicht mehr leisten. Ausgleichsflächen sind oftmals das Papier nicht wert, auf dem sie stehen – es gibt auch vorbildliche. Es ist auch einiges wieder zum Guten gemacht worden, wie etwa die Renaturierung der Isar.
Das Wasser muss zurückgehalten werden – und zwar dort, wo es fällt. Wasser braucht Zeit und Fläche zum Versickern. Hier können wir alle noch besser werden. Viel besser.
Den Quellbereichen von Bächen ist noch gar keine Aufmerksamkeit geschenkt worden. Entweder sind sie verrohrt, eingefasst oder aufgefüllt. Natürliche Quellen haben eine ganz eigene Flora und Fauna und manchmal kann daraus der CO2-Speicher Moor wachsen. Am meisten Sorgen macht mir aber der Wald. Hätten wir den Waldumbau spätestens nach dem Orkan Wiebke 1990 vorangetrieben, ständen wir heute besser da. Jeder zurückgehaltene Liter Wasser kappt die nächste Hochwasserspitze.
Werner Heidemann
Au am Inn