Geistige Fähigkeiten weiterhin fördern

von Redaktion

Zum Artikel „Nie wieder Hausaufgaben?“ vom 27. März (überregionaler Teil):

Gilt etwa der Satz nicht mehr, dass wir, da arm an Rohstoffen, nur mit unserem Wissen und geistigen Fähigkeiten im internationalen Wettbewerb punkten können? Leider wird das schon durch ein Bildungswesen unterwandert, das sich in einer Inflation von hervorragenden Abiturnoten sonnt.

Wie ich las, soll die OECD in den USA befunden haben, dass mehr Abiturienten gut für die Wirtschaft seien. Nun gut, senkt man aber die Anforderungen ab, um das zu erreichen, lügt man sich selbst in die Tasche. Und jetzt sollen auch noch die Hausaufgaben wegfallen. Es ist nicht zu fassen!

Wäre es nicht an der Zeit, Erziehung und Ausbildung vom Ende her zu betrachten, also vom Eintritt in das Berufsleben, dem Beginn eines Studiums? Da kommt die Stunde der Wahrheit. Da müssen Jugendliche über die Fähigkeiten verfügen, die sie dort brauchen. Sonst werden sie trotz fabelhafter Noten sehr wahrscheinlich scheitern.

Den Schaden hat die Wirtschaft. Und bei jungen, überforderten Menschen sind seelische Schäden zu befürchten, wenn sie erkennen müssen, dass ihre guten Noten wenig wert sind. Warum beharren alle Kultusministerien trotzdem auf dieser Linie? Haben wir zu wenig gute Leute an wichtigen Positionen?

Oder ist der Zeitgeist gar zu mächtig? In der Wirtschaft sind ein flinkes Mundwerk und hehre Ideale für keine Bewerbung ausreichend. Da werden eine abgeschlossene Ausbildung und gegebenenfalls Berufserfahrung verlangt. Warum ist das in der Politik anders? Das fördert Politikverdrossenheit.

Rainer Ostermann

Prutting

Artikel 8 von 11