Zur Berichterstattung über die Reform des Bundeswahlgesetzes im überregionalen Teil:
Wieso regt man sich bei der CSU über das reformierte Wahl-Gesetz auf? Die Vorteile der Direktmandate fallen wohl weg. Die CSU wird jedoch für den nächsten Bundestag ohnehin wesentlich weniger Direktmandate erringen. Söder und Scheuer wiesen darauf hin: Söder lobte Scheuer dafür, dass dieser viel Geld aus dem Verkehrs-Budget nach Bayern lenkte. Scheuer klagte über den Verlust des Verkehrsministeriums: Dort gab es die meisten Geldmittel für Investitionen zugunsten von Bürgern. Sprich: Die Geld-Kuh „Bundesverkehrsministerium“ konnte von der CSU lange Jahre gemolken werden – nun jedoch nicht mehr. Diese massiven Gelder stehen für CSU-Wahlkreise nicht mehr zur Verfügung. Damit werden die CSU-Direktmandate abnehmen. Ein Risiko ist noch die Fünf-Prozent-Hürde. Von daher ist ein gewisser Druck vorhanden. Diesen könnte die CSU zur eigenen Weiterentwicklung nutzen und eine „Sauberkeits-Strategie“ umsetzen: Also beispielsweise. Personen wie Andrea Tandler, Alfred Sauter aus der Partei und Monika Hohlmeier zumindest aus der Fraktion in Brüssel ausschließen. (Bei der üblen Abzock-Aktion mit den Billig-Masken kassierten Tandler und ihr Partner irre 48 Millionen Euro ab; die zwei Schweizer, die die Masken einkauften, sogar 120 Millionen Euro.) Auch müsste bei Mandats-Trägern durchgegriffen werden, die in einem Kontroll-Gremium einer Organisation sind und meinen, das für private Geschäfte ausnutzen zu müssen.
Insgesamt wäre die Geschäftemacherei zu unterbinden. Das würde der CSU Stimmen bringen und wäre für das Wohl unseres Landes. Zusätzlich könnte man bundesweit auftreten, um die Fünf-Prozent-Hürde zu überwinden. Von daher sollte man der CSU zurufen: „Mut zur Erneuerung!“
Jürgen Böhm
Kolbermoor