Dem Ruf der Sportpsychologie geschadet

von Redaktion

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Die Sportpsychologie ist eine Wissenschaft und Disziplin, die Athleten helfen soll, im entscheidenden Moment ihre beste Leistung abzurufen und dabei ihren Sport gesund auszuüben. Die Experten kommen entweder aus der Sportwissenschaft oder der Psychologie und haben eine sportpsychologische Ausbildung draufgesattelt. Jeder Sportler ist auf eine gewisse mentale Stärke angewiesen. Beeindruckende Erfolge der Sportpsychologie konnte man zum Beispiel im Reitsport, der Leichtathletik oder bei Turniermannschaften beobachten.

Für diese Art der speziellen Förderung ist aber ein sehr enges, vertrauensvolles Verhältnis zwischen dem Sportpsychologen einerseits und dem Sportler oder der Mannschaft andererseits erforderlich. Nur so können subtile inter- und intrapsychische Prozesse wahrgenommen und beeinflusst werden.

Daraus folgt, dass ein Sportpsychologe nicht in der Öffentlichkeit über Athleten spricht, weil er entweder Dinge weiß, die seiner Schweigepflicht unterliegen, oder aber von außen kommt und die Prozesse gar nicht beurteilen kann.

Jedem Fußballfan steht eine eigene Expertenmeinung zu – auch als Außenstehendem. Sie wird ja geradezu als lust- und bedeutungsvoll erlebt.

Den ausgewiesenen Experten dagegen erkennt man an seiner vorsichtigen, ausgewogenen und zurückhaltenden Analyse. Das Interview über den FC Bayern und seine Spieler steckt voller unsachlicher Abwertungen und Mutmaßungen und schadet dem Ruf der Sportpsychologie.

Dr. Peter Lange

Sportpsychologe, Alteiselfing

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