Zum Artikel „Einigung im Streit um Kostümschau“ (Weltteil) und zur Debatte um politische Korrektheit:
Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Erst hat die schwachsinnige „Genderismuswelle“ die gesamte Medienwelt in Deutschland überschwemmt und nun wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Jetzt kommt die „kulturelle Aneignung“.
Aktueller Fall ist das Ballett der Arbeiterwohlfahrt (AWO) auf der Buga in Mannheim. Die Kostüme sollten in der Schau bestimmte Länder symbolisieren – und das hat der Buga- Leitung nicht gefallen. Um den Auftritt des Balletts nicht zu gefährden, ist die AWO eingeknickt. Mit welcher selbst ernannten Autorität erdreistet sich die Buga-Leitung, hier Verbote auszusprechen?
Mir ist nicht bekannt, dass die sogenannte „kulturelle Aneignung“ schon Einzug in das Bürgerliche Gesetzbuch oder Strafgesetzbuch gefunden hat. Erst wenn mir ein alter Indianerhäuptling persönlich erklärt, dass es ihn stört, wenn unsere Kinder im Fasching ein Pseudo-Indianerkostüm tragen, werde ich das akzeptieren. Sogar den alten Karl May will man aus dem Grab holen, damit der seine Bücher von kulturellen Aneignungen befreit. Wo sind wir denn? Haben wir denn keine anderen Sorgen? Die schlimmste kulturelle Aneignung in Deutschland ist die englische Sprache. Und die verhunzen wir an allen Ecken und Enden so, dass ein englischer Muttersprachler große Verständnisprobleme damit hat.
Ich empfehle bei allen zukünftigen Angriffen – „einfach ignorieren“.
Franz Merkle
Rechtmehring
Ihr Kolumnist schreibt in einem Artikel über die „schöne neue Verbotswelt“. In der gleichen Ausgabe der Zeitung ist vom Streit um „Busenbilder“ auf dem Oktoberfest zu lesen.
Unsere politisch korrekte Klasse beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit Hingabe mit dem Thema Ge- und Verbote. Das betrifft unter anderem auch unsere Sprache.
In der Vergangenheit gab es (etwa bei Fußball-Meisterschaften) schon verschiedene Versuche, Deutschland als Begriff abzuschaffen. Man schrieb und sprach von „Schland“ oder von der „Mannschaft“.
Im Zusammenhang mit der „Genderei“ gäbe es eine weitere Möglichkeit, den Begriff „deutsch“ zu vermeiden. Wie wäre es mit Genderland – oder auf Denglish Genderny?
Inzwischen kann fast jeder Buchstabe unseres Alphabets als Unwort dienen. Man denke zum Beispiel an das „N“-Wort oder das „Z“-Wort – neuerdings auch noch das „R“-Wort und so weiter. Das Alphabet bietet noch viele weitere Möglichkeiten. Kulturelle und sexuelle Vielfalt stehen einerseits ganz oben auf der politisch korrekten Werte-Skala. Andererseits müssen Schausteller nackte Frauen (Busenbilder auf dem Oktoberfest) nach Sexismus-Kritik von ihren Werbebannern verbannen.
Dagegen rechtfertigt ein nackter Vermieter im Hof laut einem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt keine Mietminderung. Hier spielt das ästhetische Empfinden keine Rolle.
Man kann machen, was man will, irgendwie kann alles falsch sein.
Gerhard Mania
Neumarkt-St.Veit