Zum Artikel „Diskussion um die Rundfunkgebühr“ (Regionalteil):
Eine „Diskussion“ um die Rundfunkgebühr versprechen uns die OVB-Heimatzeitungen in der Überschrift. Interessant. Denn Gründe für Diskussionen um die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten (ÖRR) gibt es doch zur Genüge. Warum brauchen die ÖRR gut zehn Intendanten, von denen jeder rund das Doppelte des Bundespräsidenten überwiesen bekommt? Warum noch einen Dienstwagen, gerne mit Massagesesseln, noch extra? Man hat’s ja. Die zweite Garde, die Direktoren, bekommen bei ihren Dienstkarossen solchen Luxus nicht. Aber zwei Chauffeure dürfen es schon mal sein, wie die Berliner Zeitung aus dem Bayerischen Rundfunk zu berichten weiß. Wen wundert es da, dass die guten Geister auch „privat“ dienstbar sein dürfen. Aber warum zwei? Weil man sonst eventuell vom Altmühltal nicht nach München kommt! Wie wäre es mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Igitt! „Öffis“ sind doch nur was für den Pöbel. Von alldem erfährt man in der Zeitung nichts. Stattdessen gibt es Hofberichterstattung. Personalmehrkosten von lächerlichen 2,71 Prozent. Mehrbedarf für das ZDF-Programm von lediglich 2,16 Prozent jährlich. Alles „deutlich“ unter der aktuellen Teuerungsrate. „Sparanstrengungen“ allüberall. Da kommen einem die Tränen.
Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. Der ÖRR möchte ab 2025, in knapp zwei Jahren also, über 25 Euro im Monat von uns, satte 37 Prozent mehr als der derzeitige, vor noch nicht einmal zwei Jahren erhöhte, Satz. „Absolute Zahlen wurden nicht mitgeteilt“, heißt es. Geleakt sind sie aber schon.
Da passt die Meldung des Statistischen Bundesamts wie die Faust aufs Auge: Einzelhandelsumsätze brechen real um 8,6 Prozent zum Vorjahr ein. Gut, dass wir uns wenigstens noch den bei weitem teuersten ÖRR der Welt leisten können. Nobel geht die Welt zugrunde!
Dr. Andreas Strasser
Bruckmühl