Zur aktuellen Berichterstattung über die Wahlen in der Türkei (überregionaler Teil):
Es ist erstaunlich und schwer nachvollziehbar, dass große Teile der seit Jahrzehnten in Deutschland lebenden deutsch-türkischen Gemeinschaft die Vorteile einer Demokratie, einschließlich Meinungs- und Pressefreiheit, wenig zu schätzen wissen und sich als „Erdogans fünfte Kolonne“ zeigen und für dessen Wiederwahl als Präsident sind. Sie plädieren erneut für den zunehmend autokratisch regierenden AKP-Vorsitzenden, der seit 2003 die demokratisch-laizistischen Reformen seines Vorgängers, des Gründers der modernen Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, sukzessiv rückgängig macht, Freiheiten drastisch einschränkt und Andersdenke einsperrt. Das hat, soweit es „Erdogans fünfte Kolonne“ betrifft, sicherlich nichts mit angestrebter Integration zu tun.
Jürgen Engelhardt
Stephanskirchen