Aus dem Katar-Desasterwurde nichts gelernt

von Redaktion

Zum Länderspiel der Fußball-Nationalmannschaft gegen die Ukraine (Sportteil):

Das erbärmliche Auftreten bei der WM in Katar, als unsere Kicker zu Handlangern, Marionetten, ja gar Witzfiguren mit „Mund-zuhalten-Geste“ von der deutschen Regierung lächerlich gemacht wurden, ist noch frisch. Nun der nächste Hammer mit dem 1000. Länderspiel, dem „Jubiläumsspiel“, das zum „Friedensspiel“ umbenannt wurde. Von wem eigentlich? Ansage aus Berlin vermutlich. Nach dem WM-Debakel sollte nun alles professionell auf die anstehende Heim-EM ausgerichtet werden, ganz oben auf der Agenda „alles unternehmen, um wieder für die Nationalmannschaft Begeisterung zu entfachen“. Keiner unserer Kicker oder Trainer hat das unsägliche Kriegsszenario zu verantworten oder könnte es beenden.

Ich habe auch noch nie erlebt, dass ein Fußballspiel einen Krieg beendet, nur weil der DFB es zum „Friedensspiel“ erklärt. Ergebnis war ein herzloses Geplänkel ohne Esprit und Feuer auf dem Platz. Fanbegeisterung auf den Rängen: Fehlanzeige. Für mich durchaus verständlich. Bei dieser thematischen Vorgabe könnte es schon sein, dass ein gewisses Maß an Verunsicherung bei den Spielern vorhanden war, der eine oder andere Zweikampf nur halbherzig geführt wurde (man wusste ja schließlich, wie wichtig das Spiel war und wer der Gegner ist). Wenn der DFB für eine Aufbruchsstimmung hätte sorgen wollen, dann bitte das 1000. Spiel gegen einen Gegner, der Fußball-Geschichte mit Deutschland verkörpert und gelebt hat, wie England, Italien, Brasilien, Holland oder auch Österreich. Auch Weltmeister Argentinien wäre wohl für dieses Jubiläum besser geeignet gewesen als ein belastetes und auch belastendes „Friedensspiel“.

Horst Schmidmayer

Bernau

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