Zur Berichterstattung über die Demonstration in Erding und die Reaktionen (Politikteil):
Ach ist das schön, Aiwanger sei Dank. Da kann ich jetzt mal so richtig losledern ohne mir Gedanken machen zu müssen, ob es die richtige Ausdrucksweise ist, ob ich jemanden diskriminiere oder ob ich jemanden beleidige. Also los:
Da hat sich jetzt offenbar der niederbayerische Dr. Frankenstein schon sein eigenes Volk und seine eigene Demokratie erschaffen, und nur er ist – als Kreuzung von Trump und Ayatollah Khomeini – über alles erhaben und allwissend. Es gibt sogar schon Gerüchte, dass er bald als Monstranz in einer Prozession nach Passau getragen werden soll. Besser wäre allerdings Teeren und Federn.
Und wissen Sie, was das Allerschönste daran ist? Es kann überhaupt keinen Widerspruch zu meinem Leserbrief geben. Die Fans von Aiwanger lieben doch eine solche Sprache – sie werden entzückt sein.
Horst Tidhalm
Waldkraiburg
Was für ein Aufruhr! Endlich raffen sich Normalbürger der Mitte einmal auf und gehen auf die Straße, um gegen die unsägliche Heizungspolitik der Ampel zu demonstrieren, speziell gegen die Grünen. Schon tritt das altbekannte Muster in Kraft: Alles lauter Rechte! Nun kündigt die SPD eine „Demonstration der Vernünftigen“ an. Da ist er wieder, der Absolutheitsanspruch auf die Wahrheit. Welche Anmaßung! Haben die Linksgrünen eigentlich keinerlei Heizsorgen?
Außerdem spaltet sich die Kabarett-Szene auf. Hans Well besitzt die Frechheit, Bruno Jonas als „Bruno, der Auf-Rechte“ in die rechte Ecke zu stellen. Jonas war nach eigener Aussage in seinem Buch „Vollhorst“ früher sehr links, ist aber in die Mitte gerückt. Wahrscheinlich aus Vernunftgründen. Nur als Linker konnte er überhaupt den „Scheibenwischer“ von Dieter Hildebrandt übernehmen. Allerdings war links (SPD) seinerzeit durchaus der Mitte zugeneigt.
Wäre die Veranstaltung ohne Politiker besser gewesen? Ich denke schon. Diese sollten im Alltag gegen die Ampel vorgehen, nicht sich den Demonstranten anbiedern. Leider hat Monika Gruber wohl kalte Füße bekommen. Mit diesem riesigen Echo und den heftigen Reaktionen hat sie sicherlich nicht gerechnet. Bevor ihr die Sache über den Kopf wächst, hat sie die geplante Demo auf der Theresienwiese abgesagt. Schade!
Liebe Frau Gruber! Viele sind Ihnen sehr dankbar, dass Sie diese Demo für den Mittelstandsbürger organisiert haben. Lassen Sie sich nicht entmutigen! Ich hoffe auf Nachahmer.
Anni Geuge
Waldkraiburg
Frau Gruber sollte darüber nachdenken, ob es zu ihr passt, mit populistischen Aussagen („Zehn Gramm Fleisch pro Tag essen“ … „ist erst der Anfang“) den fehlinformierten Teilen der Bevölkerung Munition zu liefern. Das sollte sie der AfD überlassen.
Herrn Aiwangers Aufruf, dass die schweigende große Mehrheit dieses Landes sich die Demokratie wieder zurückholen muss, ist eine bodenlose Unverschämtheit. Er sollte froh sein, dass in unserer noch immer bestehenden Demokratie Leute wie er gewählt werden dürfen. Ihm kommt wohl nicht in den Sinn, dass er mit solchen demagogischen Aussagen nicht nur der AfD vielleicht Wählerstimmen abnehmen könnte, sondern dass auch die Freien Wähler Stimmen verlieren könnten.
Dr. Klaus Carsten
Bernau
Monika Gruber und Hubert Aiwanger – danke für Ihren Mut. Überhaupt nicht verstehen kann ich diesbezüglich die Kritik gegen Aiwangers Rede. Eine Demokratie lebt von verschiedenen Meinungen. Auch die AfD hat mehr Respekt verdient. Sie hinterfragt vieles, auch was die Aufarbeitung der Corona-Politik betrifft.
Zu Pandemiezeiten zeigte Herr Söder als Hardliner sein wahres Gesicht, seitdem ist die CSU für mich und andere Mitchristen nicht mehr wählbar. „Die Wahrheit bricht sich nun langsam ihren Bann“. Das Volk hat Sie gewählt, um der Bevölkerung zu dienen, und nicht, sich des Volkes zu bemächtigen.
Seien Sie Herrn Aiwanger dankbar, dass er als Einziger der bayerischen Staatsregierung das Volk erreicht. Anstatt sich klar von der ideologisch geleiteten rot-grünen Politik abzugrenzen, kritisiert die CSU den Regierungspartner, welcher Schmerzen und Stimme des Volkes noch rechtzeitig erkennt.
Vorbilder braucht es wieder im Land, die klare Kante zeigen, Verantwortung übernehmen und nicht einknicken, weil sie abhängig sind. Das hat für mich Herr Aiwanger brillant gemacht, er kam glaubwürdig, authentisch und volksnah rüber. So wünsche ich mir Politik.
Als ehemaliger treuer
C-Wähler wünsche ich mir eine ehrliche christliche Politik, bei der auch ein Vergeben und Verzeihen gelebt wird. Ein gutes Beispiel wäre eine Entschuldigung am Volk wegen der Hardliner-Impfpolitik, dessen Risiken in keinem Verhältnis zum Nutzen stand. Eine unabhängige Expertenkommission zur Aufarbeitung der Corona-Krise wäre dringend notwendig. Die Sehnsucht nach einer von Werten geleiteten unabhängigen Partei ist unverkennbar und treibt der AfD noch mehr Stimmen zu.
Bernhard Brandstetter
Bad Feilnbach
So sieht es also mit unserer sogenannten Demokratie aus: Die anwesenden Demonstranten werden in die rechte Ecke gestellt.
Wir waren zum ersten Mal auf einer Demo, weil dieses Gesetz uns in arge Nöte bringen wird. Als Hausbesitzer und Rentner musst du dein altes Haus isolieren, Fenster austauschen, Wärmepumpe und Photovoltaikanlage anbringen und hoffen, dass dir die Bank einen Kredit über circa 150000 Euro gibt. Ansonsten verliert das Haus dramatisch an Wert. Man hat keine freie Entscheidung.
Leider wird von der Presse teilweise – vermutlich bewusst – falsch von der Demo berichtet. Hier wird Populismus betrieben, um die Zeitungsauflage zu erhöhen. Nun Herrn Aiwanger anzuprangern, er verbreite Populismus, ist von den nicht anwesenden Kritikern aller Parteien und deren Meinungsbildnern eine Unverschämtheit. Alle kritisieren seinen Sprachgebrauch. Katharina Schulze (B90/Grüne) verlangt sogar den Rücktritt Aiwangers. Man kann schon viel schreien, aber bitte mit Hirn.
Ja, es ist auch Wahlkampf. Wie den echten Bayern wohl bekannt ist, wird dann auch einmal etwas markiger geredet. Herr Aiwanger hat aus der Seele der 13000 Anwesenden gesprochen und den verdienten Applaus bekommen. Dass Herr Söder ausgebuht und ausgepfiffen wurde, kam nicht von der AfD. Der größte Teil der Demonstranten war und ist mit seiner Politik nicht zufrieden. „Ja“ für den Klimaschutz – aber mit bedachter Vorgehensweise und nicht brachial. „Nein“ zum willkürlichen Zwang.
Wir hoffen, dass die friedlichen Demonstrationen weitergehen und dass die abgehobenen Politiker endlich wieder auf die deutschen Bürger zugehen und ihre Ängste anhören. Ansonsten wird die AfD stärker und die Geschichte wiederholt sich.
Georg Widdmann
Töging am Inn
Wenn Politiker im Wahlkampfmodus und in der Angst, medial unterzugehen, Sorgen von Bürgern ausnutzen, um Ängste zu schüren, kann ich das noch halbwegs nachvollziehen. Allerdings halte ich das nicht nur für hochgradig populistisch und verantwortungslos, sondern nahezu für kriminell, wenn sie Bürger aufhetzen und dadurch in eine falsche Entscheidung für ihre neue Heizung treiben. Eine neue fossile Heizung ist nämlich falsch. Eine – wenn auch teurere – Heizung auf Basis erneuerbarer Energien ist richtig.
Wer aus Panik oder Geiz jetzt noch schnell eine Gas- oder Ölheizung einbaut, macht nicht nur wirtschaftlichen Unsinn, sondern heizt damit das Klima immer noch weiter an und versündigt sich so an seinen Mitmenschen, ganz besonders an den jungen Menschen und vor allem an seinen Enkeln.
Alle letzten Regierungen unter Kanzlerin Merkel waren 16 Jahre lang zu feige, diese Aufgabe anzugehen. Es war einfach bequemer den Forderungen der fossilen Wirtschaft nachzugeben und den Umbau auf die regenerativen Energien sogar zu behindern.
Genau deshalb muss die neue Regierung nun um so krasser handeln, um die notwendigen und überfälligen Maßnahmen in kürzester Zeit anzugehen. Hinauszögern nützt eben gar nichts – um so krasser und teurer werden die Konsequenzen wie Hitze, Wassermangel und Überschwemmungen in der Zukunft sein. Das Klima richtet sich eben nicht nach Wahlkampfterminen.
Dass nun gerade eine so scharfsinnige Kabarettistin wie Monika Gruber, die ich sonst eigentlich sehr schätze, sich vor so einen Karren spannt und damit buchstäblich Öl ins Feuer gießt, macht mich fassungslos. Denn sie hat ja ein umfangreiches Wissen und sollte die Hintergründe und zwingenden Notwendigkeiten genau kennen.
Helmut Schulte
Feldkirchen-Westerham