Zum Bericht „Zwillinge vermiesen Blitzer-Geschäft“ (Bayernteil):
In einem Landstrich, in dem für jede Breze einzeln zum Bäcker gerast wird, der Nachwuchs sich ja nicht fußläufig zum Dorfsportplatz bemühen soll und am Sonntag die Langeweile mit Spazierfahrten vertrieben wird, können die immer Eiligen jetzt auch noch auf die Gebrüder Anzenberger zählen. Die Zwillinge stellen sich in ihrer Freizeit mit handbemalten Pappendeckeln an die Straße, um vor Radarfallen zu warnen und sind bereits 16-mal im Einsatz gewesen. Zwischen den Zeilen lese ich also heraus, dass es bei der spärlichen Geschwindigkeitsüberwachung im Landkreis offensichtlich um mehr geht als eine notwendige Gedächtnisstütze für die unzähligen Raser. Toll, was sich die beiden schlauen Füchse da ausgedacht haben, um dem „Blitzergeschäft“ die Stirn zu bieten. Sie treten tapfer und gewitzt der Kontrollwut und der Abzocke entgegen und freuen sich über den Zuspruch derer, die es einfach gerne laufen lassen. Ich schlage vor, die beiden Herrschaften ziehen dauerhaft zu mir an die B305, die innerorts zehn Meter vor meiner Haustür vorbeiführt. Dann reden wir nochmal darüber, ob es in Ordnung ist, mit welcher Wurstigkeit durch den Ort geballert wird. Verehrte Anzenbergers, wenn Ihnen der objektive Blick auf Regelgeschwindigkeiten und deren Überwachung dann immer noch verstellt ist, biete ich gratis für ein „Fünferl“ Verstand und sachdienliche Tipps für eine sinnvolle Freitzeitgestaltung an.
Christian Spitz
Unterwössen