Zu den Beiträgen über „Ärger um gendergerechte Sprache“ (Leserbriefseite):
Jüngst äußerten sich die Damen Christine Mayer, Susanne Heunisch und Ute Schmidt, sowie Christine Kölbl, Petra Mehne und Regine Reichenberger in „Leser*innen“-Briefen im OVB zur sogenannten „gendergerechten Sprache“.
Die ersten drei Damen halten es für notwendig, dass wir einen Weg finden müssen, Frauen in unserer Sprache darzustellen und sie hören sich dazu gerne Lösungsvorschläge an.
Und die zweiten drei Damen finden es analog fundamental, dass Frauen in unserer Sprache sichtbar sein dürfen, wollen und sollen. Na dann mal los!
Fangen wir an mit: Armleuchterin, Blödianin, Blödmännin (oder eher Blödfrau?), Bösewichtin, Deppin. Dummköpfin, Dümmlingin, Dünnbrettbohrerin, Feiglingin, Hasenfüßin, Hornochsin (oder Hornkuh?), Schwächlingin, Strolchin, Taugenichtsin, Tölpelin, Trottelin, Trotzköpfin, Warmduscherin und anderen im Deutschen als Femininum fehlenden, nur maskulinen, beleidigenden Begriffen.
Ich schlage vor, dass sich die – meiner Meinung nach ideologisch „verscheuklappten“ – Damen in einem Gästinhaus (weil dann nach ihrem fundierten Sprachverständnis ohne Zutritt für diskriminierende Männer) zusammensetzen und sich noch einmal in Ruhe überlegen, ob die gegenwärtige deutsche Sprache wirklich ihr Geschlecht diskriminiert und sie durch Sternchen und Glottisschlag verhunzt werden muss, wo sie als vermeintlich sprachkundige Expertinnen nicht einmal wissen, dass es nicht „generisches Maskulin“, sondern „Maskulinum“ heißen muss, gegen das sie sich wehren.
Woher nimmt sich eine Minderheit verbohrter Sprachideolog*innen das Recht, die deutsche Sprache und schließlich Literatur zu vergewaltigen?
Hans Kürner
Rosenheim