Kälberiglu stattMutterglück

von Redaktion

Zur Bildgeschichte „Lebensfrohes Weide-Glück“ (Titelseite):

Ein fürsorglicher Landwirt fährt auf dem Foto das frisch auf der Weide geborene Kälbchen mit seiner Schubkarre in den Stall. Was für eine vermeintliche Idylle. Idyllisch nur solange man sich keine Gedanken um die ganze Situation macht. Eine Kuh bringt auf der Weide ihr Kälbchen zur Welt. Wie schön wäre es, wenn die Mutterkuh das Frischgeborene trockenlecken dürfte, bis es so weit ist aufzustehen und ihre erste Milch zu saugen. Das gibt es allerdings meist nur noch in Märchen oder bei den wenigen Landwirten, die eine Mutterkuhhaltung betreiben. Das Kälbchen auf dem Foto wird vermutlich jedoch in ein sogenanntes Kälberiglu verbracht und die Mutter dieses bedauernswerten Wesens steht, ebenso bedauernswert, auf der Weide und sucht ihr Neugeborenes. Sie werden sich wohl nie mehr wiedersehen. Beim Verzehr Ihres nächsten Kalbsschnitzels sollten Sie sich das vor Augen führen.

Josefa Estner

Ostermünchen

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