Wer entscheidet wirklich über den Brenner-Nordzulauf?

von Redaktion

Zum Beitrag „Wird die Region für 150 Jahre prägen“ (Regionalteil):

„Entscheiden muss der Bund“, sagt der Rosenheimer Landrat Otto Lederer. Der Bund wird nicht viel Wert auf die Meinung eines einzelnen Landrats geben, aber auf die Forderung der Landespolitik reagieren. Der Einfluss der Länder ist größer, als uns die CSU weismachen will.

Es war die CSU, die mit der Bundestagsabgeordneten Frau Ludwig den Neubau auf den Weg brachte. Warum erklärt sich die Landes-CSU (Frau Ludwig inbegriffen) nicht eindeutig gegen diese unnütze Neubaustrecke? Wahre Größe ist, Fehler einzugestehen.

Die Spatzen pfeifen es vom Dach: Der Neubau der Hochleistungsstrecke ist zu teuer, ökologischer Unsinn und geht komplett an den Bedürfnissen der Menschen vorbei. Sie wollen ein gutes, verfügbares Nahverkehrsnetz. Da sind zehn Milliarden Euro besser investiert. Tunnellösungen müssen wir nicht diskutieren. Es geht nicht darum, „wie“, sondern „ob“ die Trasse gebaut wird. Hier erwarte ich von der CSU ein klares „Nein!“. Die Bestandsstrecke kann meines Erachtens bereits heute den erwarteten Verkehr aufnehmen. Geologen sehen den Seeton um Rosenheim problematisch. Wieso veröffentlicht die Deutsche Bahn immer noch nicht die Ergebnisse ihrer Probebohrungen? Mit welchen Großprojekten empfiehlt sich die Bahn für die kommende Aufgabe? Stuttgart21? Zweite Stammstrecke München? Der geplante Neubau wird beide finanziell und zeitlich toppen.

Herr Lederer hat recht, dass er den sofortigen Ausbau der Bestandsstrecke nach Neubaustandards fordert. Zur Entlastung Rosenheims gibt es Lösungen wie beispielsweise einen kurzen Tunnel ausschließlich für den Güterverkehr. Wenn Herr Lederer den „Bedarfsnachweis“ fordert und damit den positiven Nutzen-Kosten-Faktor meint, kann ich das nur unterstützen. Das ist mir ein Trost, denn dann wird die unselige Hochleistungstrasse niemals gebaut.

Michael Hinterbrandner

Rohrdorf

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