Inklusion ist spezielle Förderung

von Redaktion

Zu „Kein rechtsextremes Gedankengut zum Thema Inklusion zulassen“ und „Ringen zum Wohle der Bedürftigen“ (Leserbriefe):

Der Leserbrief von Dr. Schwarz soll eine Zugewandtheit zum Grundrecht eines jeden Menschen auf Bildung darstellen. Die Aussage von Herrn Roth stellt keinen Widerspruch dar. Individuelle Förderung im Rahmen der Bildung ist keine Frage des Ortes. Die Inklusionsklassen sind Schulklassen für Kinder mit Beeinträchtigungen, deren inklusiver Schulort eine Regelschule darstellt und eben keine Sondereinrichtung. Der Unterricht wird von spezialisierten Förderschullehrern nach gültigen Lehrplänen geplant und durchgeführt. Die Inhalte für die Schüler sind identisch mit den Inhalten der Förderzentren und ebenso individuell abgestimmt. Hier geht es auf keinen Fall um monetäre Gesichtspunkte, um Förderzentren für Kinder mit Beeinträchtigung einzusparen.

Hier geht es um Teilhabe in der Gesellschaft. In Inklusionsklassen geht es aber nicht nur um Bildung, es geht um Inklusion um ein soziales Miteinander. Hier kann die Schule zum Begegnungsort werden. Hier werden Berührungsängste erst gar nicht entstehen. Hier entsteht eine soziale Gesellschaft.

Mit großer Vorsicht müssen die Äußerungen von Politikern der AfD zur Kenntnis genommen werden. Vor dem Hintergrund des Euthanesieprogramms und der Aktion T4 im NS-Unrechtsregime, die mit dem Tod von Menschen mit Beeinträchtigung endeten, sollte man sich immer wieder in Erinnerung rufen, dass auch damals zu Beginn das Anrecht auf Leben mit Kosten gegengerechnet wurde. Der AfD geht es in keiner Weise um das Wohl von Menschen mit Beeinträchtigung, sondern um Ausgrenzung. Hier versucht die AfD, wie in vielen Punkten, die Grenzen des Sagbaren auszuloten.

Thomas Bacher

Pfaffing

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