Gendern – Gefühl sticht Fakten

von Redaktion

Zum Bericht „Verbände gegen Gender-Verbot“(Politikteil):

Postmoderner Feminismus zeichnet sich durch die Gleichzeitigkeit verschiedener Phänomene aus: Die Konzentration auf Nebenkriegsschauplätze bei gleichzeitigem Verleugnen echter Probleme. Heute gilt nach meiner Wahrnehmung: Gefühl sticht Fakten, Frau sticht Mann, Homo sticht Hetero, Schwarz sticht Weiß, Trans sticht alles. Galt persönliche Betroffenheit früher als Befangenheit, ist sie jetzt wohl Topqualifikationsmerkmal für Jobs und Studienplätze. Was zählt, scheint nicht mehr Leistung, sondern die richtige Identität. Wer keine echten Probleme hat, kämpft eben für gendersensible Sprache ohne Mikroaggression, dafür mit Sternchen, Wortschöpfungen und Verboten. Oder für einen reduzierten Mehrwertsteuersatz für Damenbinden. Dass die Mehrheit trotz eines unermüdlichen Genderaktivismus in der Heterosexualität verharrt, ist meiner Meinung nach aber kein Akt der Diskriminierung und auch keine Mikroaggression, sondern nüchterne Realität. Wer damit ein Problem hat, möge sich bitte beim Schicksal, Universum oder seinem persönlichen Gott beschweren, aber nicht bei seinen Mitmenschen. Wenn alles erlaubt ist, weil alles gleich sein muss – was darf dann noch verboten sein? Und warum? Durch wen? Wer hält die Definitionshoheit über Normalität, wenn es nicht die gelebte Realität, Tradition, Naturwissenschaft, Religion und nicht einmal die Statistik sein darf? Schon jetzt stelle ich fest, dass die „Befreiung“ durch Gender-Gerechtigkeit nichts mit Freiheit zu tun hat, sondern nur mit Verschiebung von Machtverhältnissen, der Schaffung anderer Verbote und neu konstruierte Normen. Es wartet kein Paradies hinter dem gendersensiblen Regenbogen, es wechseln nur die Aufseher, oder besser gesagt, die „Aufseher*innen“?

Wenzel Schuster

Töging

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