Bahnstreiks Folge eines historischen Fehlers

von Redaktion

Zu Berichterstattung über den Tarifstreit bei der Bahn und den Streiks (Politik- und Regionalteil):

Bei allem Unmut über diesen unsäglichen Streik sollte man nicht die Historie vergessen. In den 1970er- und 1980er-Jahren stand die damalige Bundesbahn in der Kritik, weil sie Millionen (nicht Milliarden!) Schulden angehäuft hatte.

Westdeutsche Politiker und die Bevölkerung sahen damals nur einen Ausweg: die Privatisierung der Bahn. Diese erfolgte dann zum
1. Januar 1994. Und jetzt bekommen Kinder und Enkel der damaligen Entscheidungsträger die Auswirkung der Privatisierung zu spüren, denn vor der Privatisierung waren Lokführer, Fahrdienstleiter und Zugbegleiter allesamt Beamte und hatten daher kein Streikrecht. Das hatte – nebenbei bemerkt – übrigens auch militärstrategische Gründe zur Zeit des damaligen „Kalten Krieges“.

Nun bleibt nur zu hoffen, dass unsere Bevölkerung daraus lernt und sich künftig gegen eventuell geplante Privatisierungen von Krankenhäusern, Wasserversorgung, Energieversorgung und anderen Einrichtungen der allgemeinen Daseinsfürsorge massiv sperrt.

Rainer Rosenberger

Mühldorf

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