Zum Bericht „Englisch und Religion auf der Streichliste“ (Bayernteil):
Es sollte selbstverständlich sein, dass Kinder, die eine deutsche Schule besuchen, Deutsch auch richtig sprechen können. Dies ist eine notwendige Voraussetzung, um in anderen Fächern mitzukommen. Warum, anstatt von einer „Streichliste“ für andere Fächer zu sprechen, nicht das französische Beispiel in Erwägung ziehen? Die Regierung im Nachbarland hat bereits per Gesetz vom 28. Juli 2019 den Besuch der „Ecole Maternelle“ für Kinder ab drei Jahren als Pflicht erklärt, weil auch daheim nicht immer nur Französisch gesprochen wird. Die „Ecole Maternelle“ ist das französische Kindergarten-Pendant und ist eine staatliche Schule. Und das heißt, dass die Kinder sie so selbstverständlich besuchen müssen, wie andere staatliche Schulen. In Frankreich gibt es somit auch genau so viele verfügbare Plätze wie Kinder. An diesem Punkt schon scheitert Deutschland! Und da die „Ecole Maternelle“ eine staatliche Schule ist, werden keine Beiträge erhoben. Es ist vielleicht nicht unbedingt erforderlich, mit Englisch ab der dritten Klasse anzufangen, aber schaden würde es sicher nicht, da das Erlernen von Fremdsprachen auch das Gedächtnis fördert. Was den Religionsunterricht betrifft – müssen es drei Unterrichtsstunden ab der dritten Klasse sein? Eine Frage, die vor allem in Bayern sicher nicht so leicht zu beantworten ist.
Annie Ettinger
Brannenburg